Auf dem Weg zum Weltmeister

Stephan Triebe, vielen auf dem Blumengroßmarkt Hamburg sicherlich als Einkäufer bekannt, hat sich für die Teilnahme am FTD World Cup 2019 in den USA qualifiziert. Die Fleurop AG hatte im Februar dazu aufgerufen, sich für dieses Branchen-Highlight zu bewerben. Stephan Triebe hat diese Chance genutzt und konnte die Fachjury (Gerda Prinz, Dr. Stefan Gegg, Klaus Wagener und Daniel Santamaria) mit seinen Leistungen voll und ganz überzeugen.

Eine exzellente Ausbildung zum Floristen, unter anderem bei Gregor Lersch in Bad Neuenahr und berufliche Wanderjahre in namhaften Floristik-Fachgeschäften waren eine gute Grundlage für Stephan Triebes weitere Karriere. Derzeit arbeitet er bei »Himmel und Erde - Meisterfloristik« im Hofweg in Hamburg.

Seine Wettbewerbserfolge begannen mit einem zweiten Platz beim Adventskranz-Wettbewerb der Firma Trautz im Jahr 2012. Es folgten die Teilnahme am IPM-Straußwettbewerb 2013, der Sieg beim traditionellen »Kölner Frühling (BGM Köln) 2014, der erste Platz bei der Silbernen Rose für den FDF-LV Hamburg in Eutin im Mai 2016 und der Gewinn der Deutschen Meisterschaft der Floristen (DMF) in Berlin im August 2016. Vorläufiger Höhepunkt ist die Teilnahme beim World-Cup 2019 in den USA. Bleibt noch zu erwähnen, dass Stephan Triebe die Floristmeisterschule Straubing 2015 erfolgreich abgeschlossen hat.

Man kann mit Fug und Recht von einer Bilderbuchkarriere sprechen, die ohne Zweifel ein Vorbild für die ganz junge Floristinnen- und Floristengeneration ist.
Wer möchte helfen?

Knapp ein halbes Jahr vor dem World Cup begannen für Stephan Triebe die realen Vorbereitungen für den höchsten aller Berufswettbewerbe. Das Marktblatt hatte die Gelegenheit, ihm einige Fragen zu stellen.

  • Auf dem Weg zum WeltmeisterMarktblatt: Sprechen wir zunächst einmal über Geld. Auf Facebook suchen Sie Unterstützer, und etliche Menschen haben sich schon mit einem finanziellen Obolus beteiligt. Um welche Summe geht es denn eigentlich?


Stephan Triebe: Ganz genau kann ich das noch gar nicht sagen. Aber unsere Überschlagsrechnung geht von 30.000 bis 35.000 Euro aus. Es müssen Flüge bezahlt werden, Unterkunft, der Transport von all den Dingen, die wir nach Philadelphia mitbringen müssen. Das wird eine gewaltige logistische Meisterleistung sein. Da ich das nicht allein finanzieren kann, bitte ich um Hilfe aus der Branche. In diesem Zusammenhang geht ein Dankeschön an die Fleurop AG, die das Startgeld in Höhe von 15.000 Euro bezahlt. Und auch ein Dankeschön an den Blumengroßmarkt Hamburg, der mich ebenfalls unterstützt.

  • Marktblatt:  Wer wird Sie als Helfer in die USA begleiten?


Stephan Triebe: Ich freue mich, dass meine beiden Chefs, Mario Mahlstedt und Moritz Leonhardt mit dabei sind. Und meine Freundin, Lena Funk. Sie ist ebenfalls Floristin und teilt meine große Leidenschaft.

  • Marktblatt: Konnten Sie sich schon mit der Ausschreibung zum Wettbewerb auseinandersetzen?


Stephan Triebe: Ich habe zumindest gelesen, was auf mich zukommt. Dieses Mal sind es drei Überraschungsarbeiten, bei denen ja alles gestellt wird. Und drei Arbeiten, die ich vorbereiten muss. Das wird ein Strauß sein, eine Raumdekoration und eine Tischsituation. Da das Ganze in englischer Sprache abgefasst ist, brauche ich für die konkrete Übersetzung noch etwas Zeit. Es kommt hierbei ja auf sehr genaues Lesen und Umsetzen an. Ich will da keine grundsätzlichen Fehler begehen und wertvolle Punkte verschenken.

  • Marktblatt: Blumen und Pflanzen dürfen in die USA so ohne weiteres nicht eingeführt werden. Kaufen Sie alles in Philadelphia ein?


Stephan Triebe: Sicherlich werde ich das ein oder andere vor Ort kaufen. Es gibt dort wohl einen größeren Händler und viele Gärtnereien. Ich bin gespannt, was da angeboten wird. Aber ich verlasse mich schon auf unsere Importeure, die mir bei der Warenbeschaffung behilflich sein wollen. Für mich ist das alles Neuland, für jede Unterstützung bin ich auch da dankbar.

  • Marktblatt: Vor Ihnen haben sich schon andere namhafte Floristen bei Weltmeisterschaften profilieren können. Haben Sie mit ihnen Kontakt aufgenommen?


Stephan Triebe: Es ist sicherlich nicht verkehrt, von den Erfahrungen meiner Vorgänger zu profitieren. Und die eine oder andere Frage – speziell hinsichtlich der Logistik – habe ich schon. Mit Klaus Wagener konnte ich sprechen, er war ja auch in der Auswahljury. Und es gab auch Kontakte zu Jürgen Herold. Generell aber möchte ich meinen eigenen Weg gehen, speziell natürlich, wenn es um die Floristik geht.

  • Marktblatt: Eine Frage haben wir noch: Wie lassen Sie sich inspirieren? Wann haben Sie die besten Einfälle? Am Schreibtisch, unter der Dusche oder in freier Natur?


Stephan Triebe: Das ist unterschiedlich. Wenn ich mich hinsetze und mir etwas einfallen soll, klappt das meistens nicht. Gute Ideen kommen oft überraschend, manchmal wenn ich auf Flohmärkten stöbere oder in der Natur unterwegs bin. So manches Mal sind es auch Werkstoffe und Materialien auf dem Blumengroßmarkt, die mich inspirieren. Manches entwickelt sich bei Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen. Es sind viele kleine Mosaiksteine, die sich dann zu einem großen Ganzen entwickeln.

  • Marktblatt: Herr Triebe, der Blumengroßmarkt und natürlich auch die Marktblatt-Redaktion wünschen Ihnen viel Erfolg sowohl bei den Vorbereitungen als auch beim Word Cup. Alle drücken die Daumen und sagen »Toi, Toi, Toi.«


Auf nach Philadelphia

Vom 26. Februar bis zum 3. März 2019 treten die besten Floristen aus vielen Ländern beim FTD World Cup 2019 gegen einander an. Veranstaltungsort ist das Pennsylvania Convention Center. Dort findet zeitgleich die »Philadelphia Flower Show« – die größte Indoor Flower Show der Welt – statt, die jährlich mehr als 250.000 Besucher anzieht. Wer sich für diese Großveranstaltung interessiert und auch gern mehr über die Welt-Cup Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren möchte: https://ftdworldcup2019.com/

Auch wer sich eine Reise dorthin gönnen möchte, erfährt auf dieser Seite Näheres.

Foto: Cordula Kropke