Hochzeitsmessen

Hochzeitsmessen

Jährlich finden in Deutschland zahlreiche große und kleinere Hochzeitsmessen statt. Von konventioneller Messe mit weißen Träumen bis zum modernen »Wedding Festival« wird hier jeder Heiratswillige ganz nach seinem Geschmack fündig. Zu den Ausstellern, die sich auf diesen Veranstaltungen präsentieren, gehören zunehmend Floristen, Floraldesigner und Blumenkünstler. Aus gutem Grund, denn auf diesen Messen treffen sie auf potenzielle Kunden.

Geschäftsfeld Hochzeit

410.000 Paare haben sich nach Angaben von www.statista.de im Jahr 2016 das Ja-Wort gegeben, gegenüber 2015 eine Steigerung von 2,6 Prozent – Tendenz weiterhin steigend. Den einleuchtenden Grund dafür liefern uns Trendforscher. Der Wertindex 2018 zeigt, dass in den aktuell unsicheren Zeiten die Familie in unserer Gesellschaft massiv an Bedeutung gewonnen hat.

Und noch eine Zahl, die dafür spricht, sich als qualifizierter Blumenfachhandel verstärkt dem Thema Hochzeitsfloristik zuzuwenden: Brautpaare sind bereit, mehr Geld für ihre Hochzeitsfeiern auszugeben. Das durchschnittliche Budget stieg um 4,2 Prozent auf EUR 14.600 je Brautpaar.

Eine, die konsequent auf das Geschäftsfeld Hochzeit setzt, ist Stefanie Kehr. Sie führt ihr Fachgeschäft »Floristik & Interieur « im Hamburger Stadtteil Nienstedten. Eine Fachfrau, die ihr Handwerk beherrscht und quasi von Kindesbeinen an mit allem in Berührung kam, was die Floristik und Geschäftsführung ausmacht. Sie hat eine sehr dezidierte Meinung zum Thema »Präsenz auf Hochzeitsmessen«.

Hochzeitsmessen

 

Interview

HochzeitsmessenMARKTBLATT: Hochzeitsmessen – ist das ein Thema für Sie und Ihr Team?

STEFANIE KEHR: Natürlich ist das ein wichtiges Thema. Genau auf diesen Messen treffen wir auf die für uns wichtigen potenziellen Kunden. Wir können doch nicht erwarten, dass die Heiratswilligen einfach zu uns ins Geschäft kommen. Darum sind wir auf zwei unterschiedlichen Hochzeitsmessen im Raum Hamburg präsent.

MARKTBLATT: Welche sind das, und warum haben Sie speziell diese ausgewählt?

STEFANIE KEHR: Im November ist es die »The Wedding Show by Gala« im Schuppen 52. Das ist eine der großen, bereits gut etablierten Messen, auf der mehr als 130 Aussteller auf 57.000 Quadratmetern ein breites Angebot zeigen. Und im Februar sind wir auf einer kleinen Messe, die den ungewöhnlichen Namen »Max liebt Marie … und sie hat Ja gesagt« trägt. Veranstaltungsort ist das neu gestaltete Cafe »Schöne Aussicht« am Gorch-Fock-Wall. Da sind nur rund 30 bis 35 Aussteller am Start, aber von gutem Niveau. Da passen wir mit unserer Hochzeitsfloristik wunderbar hinein.

MARKTBLATT: Eine große Messe und eine kleine – auf welcher sind Sie mit Ihren Angeboten erfolgreicher?

STEFANIE KEHR: Ohne eingebildet klingen zu wollen, muss ich sagen, dass wir auf beiden Hochzeitsmessen sehr erfolgreich sind. Bei der größeren Veranstaltung sprechen wir mehr Menschen an, auf der kleineren haben wir für den einzelnen Interessierten einfach mehr Zeit und können teilweise schon konkrete Beratungstermine abmachen.

MARKTBLATT: Und wie sieht es mit den Investitionen für eine Hochzeitsmesse aus? Braucht man einen Messestand? Und sicherlich fallen auch Standmieter an.

STEFANIE KEHR: Klar, zum Nulltarif kann man keinen Messeauftritt gestalten, der für Aufmerksamkeit sorgt. Wir haben uns einen professionellen Stand nach unseren Vorstellungen anfertigen lassen. Highlight ist dabei eine Flowerwall, die wir jeweils aus Frischblumen stecken. Da müssen wir zwar jede Menge Blüten verarbeiten, aber der Aufwand lohnt sich. Die Blumenwand ist ein absoluter Hingucker. Netterweise bekommen wir dafür von einigen Marktbeschickern auf dem Blumengroßmarkt Hamburg Aufgeblühtes zum Sonderpreis. Dafür hier an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön. Und noch ein paar Worte zur Standmiete. Die ist recht unterschiedlich – je nach Größe und Bekanntheitsgrad der Messe.

MARKTBLATT: Bewerben Sie Ihren Messeauftritt auch selbst oder verlassen Sie sich da auf die Promo der jeweiligen Veranstalter.

STEFANIE KEHR: Natürlich nutze ich unsere Präsentationen auf den Hochzeitsmessen für eigene Werbung. Dafür eignen sich die sozialen Medien sehr gut. Wir sind bei Facebook mit einer Firmenseite vertreten und posten Fotos von unserer Floristik auf Instagram. Versteht sich, dass wir auch eine Internetseite haben. Dafür investiere ich viel Zeit, aber das rechnet sich. Wir sind durch unsere Aktivitäten gut im Hochzeitsfloristikgeschäft.

MARKTBLATT: Eine Frage noch zum aktuellen Trend. Was wollen die Bräute in Sachen Blumen?

STEFANIE KEHR: Die Bräute von heute sind deutlich anspruchsvoller als noch vor fünf Jahren. Sie sind bestens informiert und organisieren sogar Instagram-Bräutetreffen. Man selbst muss da als Fachfrau immer einen Tick besser informiert sein.

Trendig sind derzeit die Farben Taubengrau und Graues Blau. Eucalyptus trifft diese Töne so ziemlich genau. Vintage ist noch ein großes Thema, ebenso der Boho- und Greenery-Style. Das wird die Händler auf dem Blumengroßmarkt freuen, die außergewöhnliches Beiwerk im Sortiment haben. Trendig sind auch Flower-Loops und Blumenbögen. Wir freuen uns darüber, dass endlich wieder mehr Blumen auf den Hochzeiten für Aufmerksamkeit sorgen.

 


Fotos: S. Kehr