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Bestattungskonzepte

Bestattungskonzepte

Naturbestattungen werden von nicht wenigen Menschen als Alternative zur konventionellen Friedhofsbestattung angesehen. Die FriedWald GmbH gilt in diesem Sektor als Pionier und führender Anbieter. Am 7. November 2001 eröffnete der FriedWald Reinhardswald bei Kassel als erster Bestattungswald in Deutschland.

Inzwischen gibt es 63 Standorte bundesweit mit einer Gesamtfläche von 3.067 Hektar. Rund 100.400 Beisetzungen haben seither in einem FriedWald stattgefunden. Mehr als 248.600 Menschen haben sich bisher für einen Baum oder einen Platz in einem FriedWald entschieden. Die Marke FriedWald® ist in Deutschland und Österreich geschützt. Ziel ist, in schönen Waldregionen Europas ein einheitliches und ökologisch anerkanntes Naturbestattungskonzept zu gewährleisten.

2018, also 17 Jahre nach der Einführung der FriedWälder, hat der Bund Deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) ein Grabgestaltungskonzept umgesetzt, das Menschen ebenfalls eine naturnahe letzte Ruhestätte bietet. Mit »NaturRuh« wurde ein neuer Ort der Erinnerung in Gelsenkirchen eröffnet. Es gibt dort 120 Grabstätten inmitten eines natürlich gestalteten Umfeldes.

Am 23. Mai 2018 eröffnete auf dem Friedhof »Am Stäfflingshof« in Gelsenkirchen die erste NaturRuh-Anlage Deutschlands. In ihrem Grußwort fasst Bezirksbürgermeisterin Marion Thielert ihren Eindruck von NaturRuh zusammen: »Die meisten Menschen sehnen sich bereits zu Lebzeiten danach, Zeit in der Natur zu verbringen. Nachvollziehbar ist daher auch der Wunsch, in der Natur die letzte Ruhestätte zu finden. NaturRuh ist die Verbindung einer traurigen Notwenigkeit mit etwas Schönem und Nützlichem«.

Geschwungene Wege, die einen barrierefreien Zugang zu den Grabstätten für jeden ermöglichen, eine Teichanlage, Sitzmöglichkeiten unter altem Baumbestand sowie eine ansprechende Staudenbepflanzung sorgen für einen harmonischen Gesamteindruck.

Thomas Seppelfricke, Inhaber der Friedhofsgärtnerei Seppelfricke aus Gelsenkirchen, baute die etwa 800 Quadratmeter große NaturRuh-Anlage im Rekordtempo. »Als wir das Natur-Ruh-Konzept in unserer Friedhofsausschusssitzung im letzten Jahr vorstellten, wurden wir noch während der Sitzung aufgefordert, so schnell wie möglich mit dem Bau zu beginnen. Der Zuspruch hat uns alle überwältigt«, fasst Seppelfricke zusammen.

Bestattungskonzepte

Im Rahmen der Eröffnungsfeier zeigten sich die etwa 60 Gäste, zu denen auch BdF-Vorsitzende und Initiatorin des Grabgestaltungskonzeptes Birgit Ehlers-Ascherfeld gehörte, überzeugt: »Nur mit innovativen Ideen wie NaturRuh können wir den Wandel in der Friedhofskultur aktiv und positiv mitgestalten.«

Bei NaturRuh handelt es sich um ein Beispiel für gärtnerbetreute Grabanlagen. Diese treffen heute mehr denn je den Nerv der Zeit. Denn auch wenn es vielen Hinterbliebenen wichtig ist, ein individuell gestaltetes Grab für die Trauerarbeit aufzusuchen, können oder wollen sie die Grabpflege oft nicht selbst übernehmen. Bei gärtnerbetreuten Grabanlagen wie NaturRuh wird die Pflege dauerhaft in die Verantwortung von Friedhofsgärtnern gelegt. Die vertragliche Abwicklung als Treuhänder und die Kontrolle der Arbeiten übernimmt die jeweilige regionale friedhofsgärtnerische Dauergrabpflegeorganisation

Der BdF erarbeitete eine Handreichung für Friedhofsgärtner, die Interesse an der Umsetzung eines NaturRuh-Areals haben. Die Handreichung enthält Empfehlungen zu Pflanzenmischungen sowie konkrete Ideen für die Gestaltung. Die Handreichung erhalten alle interessierten Friedhofsgärtner bei ihrem Gartenbau Landesverband. Mehr Informationen zu NaturRuh sind auf der Internetseite www.naturruh.de zu finden.

Fotos: Bonn, BdF, Margit Wild