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Verkaufskonzept

Fertigstrauß - dieses Wort hatte viele Jahre einen etwas faden Beigeschmack, klang eher nach zweite Wahl. Blumenschäfte, die ihr floristisches Können besonders in den Blickpunkt stellen wollten, präsentierten ein breites Schnittblumenangebot, setzen auf individuelle Beratung und gestalteten die Blumensträuße vor den Augen der Kunden. Abläufe, die in Zeiten der knappen Personaldecke neu strukturiert werden müssen? Das war ein Diskussionsthema in der Facebook-Gruppe Florum, in der mehr als 2.500 Fachfrauen und Fachmänner tagtäglich ihre Meinungen austauschen.

Verkaufskonzept

  • „Früher hatten wir unser Schnittblumensortiment – nach Farben sortiert – an einem zentralen Platz im Geschäft stehen, daneben drei bis fünf meist kleinere Fertigsträuße platziert. Wir haben den Großteil des Tages damit verbracht, Kunden zu beraten, oftmals 15 Minuten für einen 15-Euro-Strauß. Zum Jahresanfang haben wir unser Konzept geändert. Wir haben drei Farbbereiche geschaffen, wo Schnittblumen und Fertigsträuße in den jeweiligen Farben stehen.“

  • „Es gibt immer Sträuße von 15 bis 35 Euro in allen Farben fertig. Die Frühschicht bindet gezielt Sträuße und arbeitet Vasen auf. Macht immer mehrere Exemplare, die Reserve kommt in die Kühlzelle. Leere Vasen von den Sträußen werden bewusst stehen gelassen. Ergebnis: Die Kunden kaufen mit großer Freude fertige Sträuße, da die Auswahl groß ist. Wir haben den Schnittblumen-Umsatz im Vergleich zu den Monaten des Vorjahres um rund 45 Prozent gesteigert! Die Mitarbeiter haben viel Zeit für andere Dinge, da die aufwändigen Beratungen fast vollständig entfallen. Die Verluste gehen fast gegen Null. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht die Arbeitsweise mehr Spaß, da so mancher unentschlossene Kunde ganz schön nervig sein kann. Alle sind glücklich, ich natürlich am meisten.“

  • „Bei uns stehen Fertig-Arrangements im Vordergrund. Der Beratungsaufwand beim Binden vor und mit dem Kunden ist leider oft besonders bei den »kleinen Wünschen« sehr zeitaufwändig. Daher binden wir viele Sträuße vor – von ganz klein bis groß.“

  • „Wir bieten schon viele Jahre fertige Sträuße an. Unsere Kunden sind manchmal geradezu erschüttert, wenn die Sträuße beispielsweise in unserem Orange-Gelb-Bereich grad aus sind, weil wir nicht hinterherkommen mit dem Vorbinden.“

  • „Ich mache seit vielen Jahren stets viele fertige Sträuße, da ich sonst als Einzelkämpferin nicht rum käme. So haben die Kunden es leicht, und ich kann schnell eilige Kunden bedienen. Die Kunden mit mehr Zeit können derweil in Ruhe aussuchen.“

  • „Wir präsentieren im vorderen Bereich unseres Geschäftes fertige Sträuße in unterschiedlichen Farbbereichen und Preisklassen von 6,95 bis 35,95 Euro. Es gibt selten Kunden, die etwas Neues gebunden haben möchten, was aber natürlich möglich ist. Der Morgen fängt bei uns immer mit dem Sträußebinden für den Verkauf an.“

  • „Ich habe auch immer fertige Sträuße in den Preisklassen von 10 bis 25 Euro auf einem speziellen Tisch stehen. Und an die 30 ausdekorierte Topfpflanzen mit Übertopf oder Papiermanschette – jeweils in Farbgruppen sortiert. Anders würde ich mein Alltagsgeschäft gar nicht organisieren können.“

  • „Das Wort Fertigsträuße benutzen wir nicht. Bei uns heißt es Ideensträuße, gestaltet nach unterschiedlichen Themen. Schnittblumen hatten wir – bis auf Rosen – gar nicht mehr im Sortiment. Das hat sich nicht bewährt, die Kunden waren irritiert. Jetzt bieten wir neben den Ideensträußen ein saisonales Schnittblumensortiment an, denn Monosträuße aus Dahlien, Zinnien usw. werden viel gekauft. Wichtig sind passende Preisschritte von S bis XXL. Große Sträuße sind immer dabei. Was der Kunde nicht sieht, kann er nicht kaufen. So hat sich auch unser Einkauf optimiert, gerade an Feiertagen ein großes Plus.“

  • „Wir fertigen auch viele Sträuße vor, die dann einladend direkt im Eingangsbereich stehen. Der lose Schnitt ist an einer anderen Stelle präsentiert – schön nach Farben sortiert. Preise bei den Sträußen von S bis XL – der Kunde hat also die Wahl. Läuft gut, und es gibt kaum Reste.“

  • „Fertigsträuße laufen nur dann, wenn sie wirklich sehr schön gebunden sind. Wir haben unseren Mitarbeitern gesagt, dass kein einziger einfallslos gestalteter Strauß im Geschäft stehen darf. Der Chef kontrolliert.“

  • „Wir gestalten nicht nach Preisgruppen, sondern kalkulieren korrekt. Jeder Strauß wird dreimal gebunden – einen direkt für das Geschäft, zweimal als Reserve in der Kühlzelle.“


Foto: fotolia / stanislav uvarov