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mensch & tier im tod vereint?

Im Jahr 2015 wurden erstmals in Deutschland gemeinsame Beisetzungen für Mensch und Tier angeboten. So ganz neu ist diese Art der Bestattung allerdings nicht. Bereits im 18. Jahrhundert äußerte König Friedrich der Große den Wunsch, seine Hunde neben ihm in der Gruft auf der Terrasse des Schlosses Sanssouci in Potsdam beizusetzen. Was für den König möglich war, galt aber keinesfalls für das Volk.

Aktuell zeigt sich ein wachsendes Interesse an gemeinsamen Grabstätten für Mensch und Tier. Die enge persönliche Bindung vieler Menschen an ihr Haustier findet ihren Ausdruck zunehmend auch im Bestattungswesen. Für Friedhöfe könnte dies eineChance für die Zukunft sein. Auch der Blumenfachhandel kann von diesem Trend profitieren.

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Nicht wenige Tierbesitzer fühlen sich ihren Haustieren so eng verbunden, dass sie mit ihnen auch nach dem Tod vereint sein wollen. Bis vor zwei Jahr war dies offiziell nicht möglich, doch seit 2015 werden unter dem Namen »Unser Hafen« in Essen und Braubach bei Koblenz gemeinsame Gräber für die Asche vonMenschen und Tieren angeboten. Auch im niederrheinischen Grefrath sind solche Beisetzungen mittlerweile erlaubt. Pläne für entsprechende Grabstätten bestehen nach verschiedenen Berichten beispielsweise ebenfalls in Aschersleben, Forst, Hamburg, Pinneberg und Viersen. Darüber hinaus wird auch andernorts über ein solches Angebot diskutiert.


Immerhin 49 Prozent der Bundesbürger befürworten gemeinsame Gräber für Menschen und Tiere. Das ergab eine von der Verbraucherinitiative Aeternitas beauftragte Enmid-Umfrage aus dem Jahr 2016. 48 Prozent halten nichts davon. Jüngere Menschen gehören übrigens mit 69 Prozent mehrheitlich zu den Befürwortern, bei Älteren ab 60 Jahren ist mit 72 Prozent die Ablehnung dagegen stark ausgeprägt.


Kenner der Bestattungsbranche erwarten, dass sich langfristig weitere Friedhöfe der Mensch-Tier-Bestattung öffnen werden. Das Konzept vergrößert eine schon seit Jahren wachsende Angebotsvielfalt auf bundesdeutschen Friedhöfen und hilft möglicherweise, neue Zielgruppen zu erschließen.