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Und was ist mit Bundware?

Branchenmeinung

Und was ist mit Bundware?

Bundware wird auf dem Blumengroßmarkt in den Sommermonaten durchweg preiswert angeboten. Das nutzen nicht wenige Blumenfachhändler, um ihren Kunden diesen Preisvorteil weiter zu geben. Immerhin fällt außer dem Einstellen in ein Präsentationsgefäß kaum Arbeit an.

Ist das Anbieten von Bundware heute noch fachgeschäftsgerecht oder stellt man sich auf eine Stufe mit den Discountern? Und wie sieht es aus mit dem Aufbinden von Bundware? Mit diesen Fragen beschäftigten sich kürzlich viele Kolleginnen und Kollegen in geschlossenen Facebook-Fachgruppen. Hier ein Querschnitt der Meinungen.

  • „Wir haben Bundware vor der Tür zum Verkauf. Im Frühling sind es Tulpen, bald folgen Rosen, dann Dahlien und im Frühherbst Chrysanthemen. Es gibt bei uns Kunden, die möchten die Blumen zum Strauß gebunden haben. Nun überlegen wir, ob das ein Service zum Nulltarif sein soll oder ob wir für das Binden und das Beiwerk Geld nehmen sollen.“
  • „Wir binden Bundware generell nicht auf. Die ist ja schon preislich sehr günstig. Wenn sie dann noch ohne Aufpreis gebunden werden, verdienen wir nichts daran.“
  • „Wir nehmen pauschal zwei Euro für das Aufbinden inklusiv einfachem Beiwerk.“
  • „Wir berechnen 1,50 Euro für das Saubermachen der Stiele und das Binden, Beiwerk geht wie bei allen Sträußen extra“
  • „Wir hatten in einem früheren Geschäft Bundware zum Standardpreis von 4,95 Euro im Angebot. Ich persönlich halte nichts davon. Warum sollten wir mit den Supermärkten konkurrieren? In dem Geschäft, in dem ich derzeit arbeite, bieten wir keine Bundware, sondern neben Schnittblumen fertig gebundene Sträuße an.“
  • „Wir haben unser Blumengeschäft in einem größeren Dorf und ärgern uns immer darüber, dass die Supermärkte Bundware zum Billigpreis anbieten.“
  • „Wir bieten Rosenbunde zu zehn Stück für 4.95 Euro an. Für das Aufbinden berechnen wir je Bund 3,50 Euro plus zwei bis drei Euro für das Grün, das der Kunde auswählt. Wenn mehrere Bunde für einen Strauß gewünscht werden, vervielfacht sich der Preis für das Aufbinden.“
  • „Klar bieten wir Bundware an, um unseren Kunden für den Eigengebrauch etwas Günstiges zu präsentieren. Möchte jemand aus dem Bund einen Strauß gebunden haben, berechnen wir fünf Euro für das Aufbinden und fünf Euro für das Grün – also 10 Euro insgesamt. Wer unsere Dienstleistung in Anspruch nehmen will, zahlt die zehn Euro dafür. Wem es zu teuer ist, der nimmt entweder nur das Bund oder zusätzlich Grün, um den Strauß selbst zu gestalten.“
  • „Wir nehmen für das Binden 2,50 Euro, kommen weitere Bunde hinzu, beträgt der Aufpreis für den Service ein Euro.“
  • „Wer keine Bundware, oder wie wir sie nennen »die Blumentüte« verkauft, ist selber schuld. Aufbinden mit etwas Grün berechnen wir mit 2,50 Euro.“
  • „Es gibt aber auch durchaus Geschäfte, in denen funktioniert es mit der Bundware nicht. Wir haben es probiert, öfter und in allen Präsentationen und Preisvarianten. Die Kunden kaufen die Bunde nicht.“
  • „ Wir nehmen 50 Cent für die Arbeit und berechnen das Grün anhand unserer Preisliste.„
  • „Im Frühling haben wir 3,90 Euro für 10er-Tulpenbunde genommen. Wenn der Kunde daraus einen Strauß gestaltet haben möchte, berechnen wir den normal kalkulierten Schnittblumenpreis, 60 Cent pro Tulpe, plus Grün. Wenn der Kunde dann fragt, warum das so teuer ist, erklären wir es natürlich. Die 10er-Bundware ist ein Angebot von uns, weil wir damit keine Arbeit haben und daher günstig anbieten können.“
  • „Wir binden grundsätzlich keine Bundware auf. Wir haben die Ware immer auch zum normal kalkulierten Einzelblumenpreis da. Wenn Kunden meckern (was mittlerweile selten vorkommt), erklären wir, dass es beim Bäcker schließlich auch »belegte« und »unbelegte« Brötchen zu unterschiedlichen Preisen gibt. Dort würde ja auch niemand auf die Idee kommen, dass die Verkäuferinnen ohne Lohn arbeiten sollen. Und genau das ist meines Erachtens das Aufbinden ohne vernünftigen Aufpreis.“
  • „Wir binden die Bundware nicht auf, auch nicht für einen Aufpreis. Wer einen Strauß möchte, wählt aus der losen Ware. Die Diskussionen darüber halten sich mit zwei bis drei Mal in der Woche sehr in Grenzen. Damit können wir gut leben.“
  • „Es gibt bestimmte Blumen, die verkaufen wir nur als Bundware, beispielsweise Tulpen und Cyclamen. Tulpen lose in der Vase sind eine Katastrophe für den Laden. Extrem viel Bruch und krummgezogene Stiele. Obendrein Kunden, die nur drei Stück nehmen. Wir berechnen für das Aufbinden zum Strauß aus 10 Stück 1,50 Euro, für zwei mal 10 Stück 2,50 Euro zuzüglich Beiwerk. Es gibt kaum Diskussionen und der Durchlauf ist hoch. Günstiger Einkauf, kaum Verluste und hoher Zusatzverkauf dank Bundware.“
  • „Immer mehr Floristen bieten Bundware abgepackt an – Rosen, Tulpen, Chrsyanthemen, Freesien, Lilien usw. Absolut verständlich, aber auch sehr schade, sich Discountern, die man bemängelt, anzupassen.“
  • „Bei uns gibt es immer Bundware zum Aufbinden. Guter Verkauf, viel Zusatzverkauf an Grün, Schleierkraut und andern Blüten, bei Tulpen ging eigentlich kein Bund ohne Heidelbeere.“


Foto: Blumengroßmarkt Hamburg|Cordula Kropke