BGM-Markt-Event


Floristik mit viel Gefühl ...

3. Oktober, arbeitsfreier Feiertag, durchwachsenes Hamburg-Wetter - ein idealer Tag zum Füße hochlegen und Entspannen. Sollte man meinen ... doch weit gefehlt. Rund 1.000 „Grüne" zog es am Tag der deutschen Einheit zum BGM, zum Einkaufen, zum Kontakte pflegen und natürlich zur Floristikshow mit Gregor Lersch.



BGM-Markt-Event„Das war ein erfolgreicher Nachmittag für uns", freut sich Ute Scheer (Stand 262/258). „Die Marktkunden haben gut gekauft, und es gab mal wieder etwas Zeit zum Reden." Auch Amir Masoumi (Stand 243A) sieht die Markt-Events mit Floristikshow sehr positiv: „Ich bin bei Marktveranstaltungen immer dabei. Natürlich möchte ich verkaufen, aber die Kontaktpflege steht für mich hier im Vordergrund." Positive Resonanz gab auch Hans Krayenhagen (Stand 120): „Mir ist aufgefallen, dass die Kunden Zeit hatten, um in aller Ruhe auch mal in die Tiefen unseres Standes vorzudringen und dabei Pflanzen entdeckt haben, mit denen sie ihr Sortiment im Geschäft bereichern können."

Im Mittelpunkt des BGM Markt-Events stand aber natürlich die Floristikshow. „Emotionen um Rationales - Praktisches nicht ohne Gefühl" - unter diesem Motto zeigte Gregor Lersch, der weltweit bekannte, anerkannte und geschätzte Meisterflorist aus Bad Neuenahr, Herbstliches, Adventliches und Weihnachtliches. Floristik mit einer hohen emotionalen Ausstrahlung, Floristik in einer unglaublichen handwerklichen Perfektion, Floristik mit einer deutlichen „Lersch-Handschrift". Seine „schwebende Leichtigkeit" hat auch nach vielen Jahren der Weiterentwicklung nichts von ihrer Faszination verloren. „Jede Blüte soll gesehen werden", ist sein Bestreben. „Alles, was dicht zusammengedrängt steht, sieht man nicht und kann sich nicht entfalten."

Einige Tage lang hatte Gregor Lersch die vielen während der zwei BGM-Shows gezeigten Werkstücke gemeinsam mit vier jungen Hamburger Floristen erarbeitet. Für Katrin Clausen, Eyke Stahlbuck, Katharina Tabel und Björn Barthels gab es kurze Nächte - aber wer denkt schon an Schlaf, wenn er mit einem Fachmann wie Gregor Lersch gemeinsam arbeiten darf?

BGM-Markt-EventDer Floristmeister aus Bad Neuenahr begann seine Präsentation mit blumigen Herbstkreationen, gestaltet fast ausschließlich aus Schnittblumen. „Grün darf in Sträußen nicht überhand nehmen", legte er den Kolleginnen und Kollegen ans Herz. Er schwor damit dem Beiwerk nicht ab, wies ihm aber die gebührende Nebenrolle zu. Riesige Blattmengen mit drei, vier Blüten im Zentrum, von Lersch als „Florismus" bezeichnet - das ist wahrlich nicht seine Blumenwelt.

Ganz anders sieht Gregor Lersch die Bedeutung von Grün in den letzten vier Wochen des Jahres: „Weihnachten braucht Grün im Raum, ohne geht es nicht." Er empfiehlt, neben der „ach so haltbaren" Abies procera glauca „die ganze Bandbreite der Koniferen und Immergrüne zu nutzen". Olive, Buxus und Taxus nennt er als gestalterische Alternativen. Wobei er gleichzeitig warnt: „Taxus ist ein sehr dunkles Grün, das bei Kerzenlicht schnell schwarz ausschaut."

Gregor Lersch ist einer der wenigen Bühnenfloristen, die es verstehen, ihr Publikum nicht nur optisch, sprich mit einer fantastischen Floristik, sondern auch mit Worten in den Bann zu ziehen. Was heißt: Der Mann hat etwas zu sagen. Er kennt beispielsweise jeden noch so winzig kleinen Werkstoff, jede Spezialität mit seinem vollständigen botanischen Namen. Er hat eine unglaubliche Warenkenntnis und weiß etwa, dass sich Hypericum-Fruchtstände zum Auffädeln nicht eignen - die gammeln nämlich weg - wohl aber die Hagebutten, die optisch attraktiv eintrocknen. Und er geht mit Pflanzen „artgerecht" um. Das Getopfte wird nicht „zugerichtet" oder gar „hingerichtet", sondern mit Naturmaterialien sanft veredelt. Immer stehen die Bedürfnisse der Gewächse im Vordergrund, stets bleibt das Arrangement gieß- und pflegbar.

BGM-Markt-Event„Künstliche" Accessoires wie Glimmersterne, Figürchen oder Kugeln verarbeitet Gregor Lersch so gut wie gar nicht. Er gestaltet so weit wie möglich mit natürlichen Werkstoffen, die der Hamburger Blumengroßmarkt in Hülle und Fülle bietet. „Glauben Sie es ruhig", rief er dem Publikum zu, „alles, was Sie in unseren Arbeiten sehen, haben wir auf diesem großartigen Markt bekommen." Allerdings stellt Gregor Lersch seine Sichtweise der Dinge nicht als Dogma in den Raum. Wichtig ist ihm nur die Konsequenz des Handelns, des Gestaltens. „Wenn Glimmer und Glitzer, wenn Rentier Rudolph, wenn Weihnachtsmann und Co., dann aber auch mit aller Inbrunst und mit feinem Gespür für die Bedürfnisse der Kunden."