November


Wenn Blumen Trauer tragen



 
Der Werdegang des Menschen wird bestimmt vom Leben, Sterben und Abschiednehmen. Trauerrituale helfen, den Tod eines nahen Verwandten oder Freundes zu bewältigen. Deswegen ist es vielen ein Anliegen, zu den Totengedenktagen im November die Gräber zu schmücken und sich zum gemeinsamen Besuch des Familiengrabes zusammenzufinden. Sie folgen damit einer Jahrhunderte alten Tradition: Schon seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. begehen katholische Christen das Allerheiligenfest. Was einst der Verehrung der Märtyrer und Heiligen diente, entwickelte sich zu einem allgemeinen Gedenkfest für die Toten. In den evangelischen Kirchgemeinden ist es seit dem 15. Jahrhundert Brauch, am Totensonntag der Verstorbenen zu gedenken. Der Volkstrauertag ist dagegen ein staatlicher Gedenktag moderner Prägung: Seit 1952 mahnt er, sich der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt zu erinnern.

Pflanzen mit "Mehrwert"

Wer heute Blumen und Pflanzen verkauft, muss sich gegen vielfältige Konkurrenz durchsetzen. Das gilt ganz besonders an den Saisontagen, zu denen auch die Totengedenktage zählen. Wer hier mehr als nur das eigentliche Produkt anbietet, ist deutlich im Vorteil. Der "Mehrwert" kann beispielsweise in einer besonders hochwertigen Pflanzenqualität oder in einer optisch sehr ansprechenden Gestaltung liegen. Man kann auch - und das ganz besonders zu den Totengedenktagen - spezielle Blumen und Pflanzen mit Symbolcharakter anbieten. Einige erläuternde Worte auf einem neutralfarbenen Schmuckband verraten dem Kunden die symbolische Bedeutung der Pflanze. Leider gerät das Wissen um diese traditionelle Symbolik der Pflanzen mehr und mehr in Vergessenheit. Daher nachfolgend eine Übersicht ausgewählter Symbolpflanzen für die kommende November-Saison:

Alpenveilchen
Die Färbung im Blüteninneren erinnert an ein blutendes Herz.

Anemone
Weiße, an den Rändern rötliche Blüten sind Sinnbild für das vergossene Blut der Heiligen

Ährenpflanzen
Stehen für Vergänglichkeit und Auferstehung (90. Psalm)

Chrysantheme
Totenblume zur Abwehr dämonischer Einflüsse, in China symbolisiert die Blüte den Sieg über die Kräfte des Winters

Buchs und Efeu
Immergrüne Blätter sind Zeichen der Unsterblichkeit; seit der Christianisierung Symbol für ein christliches Leben.

Eibe
Totenbaum, dessen Zweige früher traditionell Grabschmuck am Totensonntag waren.

Iris
Besiegeln im Christentum den Bund Gottes mit den Menschen.

Lilie
Weiße Sorten sind Zeichen der Unschuld und Reinheit.

Nelke
Frucht und Blatt erinnern an die Nägel bei der Kreuzigung Christi

Rosen
Rote Rosen stehen für das Blut Christi, weiße sind christliche Sinnbilder Marias, geknickte Rosen bezeugen ein früh beendetes Leben

Strohblume
In der Antike traditioneller Blütenschmuck für Kranzgebinde mit positiver Wirkung auf die Seele

Wacholder
Schutz vor bösen Mächten





AL