Sommertrend


Blumensprache

Die Blumensprache - in diesem Sommer wieder in aller Munde - ist eigentlich uralt. Schon Anfang des 18. Jahrhunderts berichtete Lady Mary Wontley Montagu in ihren Briefen aus Istanbul von der »Kommunikation mit Blumen«. Dies war der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines umfangreichen Zeichensystems mittels der Übergabe von Blumen - anfangs mit Sträußen aus einer Blumenart, später dann durch komplizierte Mischungen, um verschiedene Feinheiten auszudrücken.



Etwas durch die Blume sagen oder verblümt sagen (seit dem 16. Jhd. belegt) ist eine Redewendung, mit der das vorsichtige, freundliche Üben von Kritik ausgedrückt werden soll. Vermutlich geht die Redensart auf die Blumensprache zurück. Den Gegensatz dazu stellt »unverblümt« dar: Wer etwas unverblümt sagt, äußert sich gerade heraus und ohne Rücksichtnahme. Eine verbreitete ironische Erwiderung auf durch die Blume oder unverblümt geäußerte Kritik ist »Vielen Dank für die Blumen«, was entweder ausdrückt, die versteckte Kritik verstanden zu haben, oder darauf hinweist, die Kritik sei allzu offen geäußert worden.

Bereits in der antiken Rhetorik war der Begriff flosculus (Blümchen) für eine verhüllende Redeweise bekannt. Daraus entstand das deutsche Wort Floskel. Unter Gebildeten sagte man dafür bis ins 19. Jahrhundert auf Lateinisch sub rosa (wörtlich »unter einer Rose«).

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