Sommerblumenzwiebel 2008


Canna ’Wyoming’

Das Blumenrohr, botanisch Canna, ist eine sehr exotisch anmutende Pflanzengattung, die in diesem Jahr einen Ehrentitel trägt: Niederländische Blumenzwiebelspezialisten wählten die Canna-Sorte ’Wyoming’ – stellvertretend für die ganze Gattung – zur „Sommerblumenzwiebel des Jahres 2008“.

 
Genau genommen gehört die Canna nicht zu den Zwiebelblumen, denn ihre Überdauerungsorgane sind aus botanischer Sicht keine Zwiebeln, sondern verdickte Erdsprosse, so genannte Rhizome. Sie sind im Handel aber zusammen mit den im Sommer blühenden Blumenzwiebeln und Knollen erhältlich. Die Rhizome der Canna werden am besten nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, gepflanzt, denn sie sind frostempfindlich.

Schöne Kübelpflanzen

In Gefäße können die Rhizome der Canna schon vor den Eisheiligen gepflanzt werden. Sie sollten dann geschützt im Haus bei etwa 20 Grad Celsius vortreiben und haben damit einen Vorsprung vor den im Freien gepflanzten Canna. Wichtig für die gute Entwicklung der Canna ist ein sonniger, windgeschützter Standort und lockeres, nährstoffreiches Substrat. Die Pflanzen wachsen stark und haben deshalb im Sommer einen hohen Wasserbedarf. Bei Canna in Töpfen bzw. Kübeln muss besonders auf eine gute Wasserversorgung geachtet werden, denn der Wurzelraum ist begrenzt. Wird Verblühtes entfernt, entwickeln sich die neuen Blüten besser. Das Blumenrohr hat in hiesigen Breiten im Allgemeinen keine Zeit, Samen zu bilden, denn dazu ist die Vegetationsperiode wegen der niedrigen Wintertemperaturen zu kurz. In wärmeren Regionen, wo sie ausreifen können, werden die schwarzen, runden und sehr harten Samenkörner unter anderem für Halsketten und Rosenkränze verwendet.

Exotische Blattschmuckpflanze

Das Blumenrohr sorgt vom Sommer bis zu den ersten Herbstfrösten für Farbe im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Es gibt zahlreiche Sorten mit den unterschiedlichsten Blütenfarben von Weiß und Gelb über Rosa und Lachs bis hin zu dunklem Rot. Manche Blüten sind mehrfarbig und haben kleine Tupfer, andersfarbige Ränder oder schöne Farbverläufe. Außergewöhnlich sind die je nach Sorte bläulich- bis leuchtendgrünen oder bronze- bis purpurfarben kolorierten Blätter, die tropisches Flair ins Spiel bringen. Mit den kräftigen, sehr großen, deutlich geaderten Blättern erinnert das eindrucksvolle, straff aufrecht wachsende Blumenrohr ein wenig an Bananenstauden. ’Wyoming’ fällt besonders durch die interessant gefärbten Blätter auf: Diese sind rotbraun mit dunkler gefärbten Adern. Die Blüten leuchten orangefarben mit einer purpurroten Mitte und bilden einen schönen Kontrast zu den großen Blättern.

Riesen und Zwerge

’Wyoming’ gehört zu den Canna-Riesen und wird je nach Lichtverhältnissen 120 bis 150 Zentimeter hoch: Bekommt sie viel Licht, erreicht sie eine Höhe von circa 120 Zentimeter, an schattigeren Standorten kann sie etwa 150 Zentimeter hoch werden. Andere Canna-Sorten bleiben mit nur 50 Zentimeter relativ klein – ideal für Töpfe auf dem Balkon oder der Terrasse. Aber auch höhere Sorten gedeihen gut in Gefäßen. Sie machen mit ihrer stattlichen Größe unter anderem an Hauseingängen oder Gartentoren eine gute Figur und können im Garten Akzente setzen. Canna mit dunklen Blättern kommen gut vor hellen Wänden zur Geltung. In Beeten sind sie auch selber ein guter Hintergrund für niedrigere Pflanzen.

Geschützt vor Frost überwintern

Wächst die Canna in einem Kübel, braucht man sie im Herbst nicht auszugraben, sondern stellt sie zum frostfreien Überwintern mitsamt Gefäß in einen trockenen, hellen und kühlen Raum. Im Frühjahr schneidet man sie etwa eine Handbreit über der Erde ab. Werden die Rhizome in den Garten gepflanzt, müssen sie im Herbst aus der Erde genommen werden. Nach den ersten Frösten im Oktober werden Stängel und Laub dann etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Die Stängel sind hohl – deshalb der deutsche Name Blumenrohr. Der botanische Name bezieht sich ebenfalls auf die hohlen Stängel, denn er stammt von dem griechischen Wort „Kanna“ für Rohr oder Schilf. Nach dem Ausgraben lässt man die Rhizome und die anhaftende Erde etwas trocknen. Die Wurzelstöcke sollten nicht zu gründlich vom Substrat befreit werden. Die Rhizome können dann bei circa 8 bis 12 Grad Celsius vor Zugluft geschützt überwintern. Sie werden dazu in groben Sand eingeschlagen oder mit der noch anhaftenden Gartenerde in Kisten gestellt. Sorgfältig gelagert, bringen sie im nächsten Jahr wieder tropisches Flair in den Garten, auf die Terrasse oder den Balkon.
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