Weihnachtsgeschäft


Blumiger schenken

Eine aktuelle, repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young, Stuttgart, ergab: Statistisch gesehen will jeder Bundesbürger EUR 246 für Weihnachtsgeschenke ausgeben – 2006 waren es EUR 203. Bücher, Bekleidung, CDs und DVDs, Gutscheine und Geld, Spielwaren, Lebensmittel und Süßigkeiten, Kosmetika, Eintrittskarten, Unterhaltungselektronik und Schmuck führen die Hitliste der bevorzugten Präsente an. Blumen und Pflanzen kamen bei dieser Umfrage überhaupt nicht vor. Schade eigentlich!

 
Stellt sich die Frage: Haben „grüne Präsente“ unterm Weihnachtsbaum keinen Stellenwert? Wenn dem so ist, muss die Werbung für blumige Präsente im Dezember deutlicher, plakativer, offensichtlicher ausfallen. Denn Blumenfachhändler sind doch eigentlich die Geschenkspezialisten. Und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist ein Blumenstrauß oder eine schöne Pflanze ein Präsent, das Frauen wie Männer gern entgegennehmen. Zum anderen sind Blumenfachhändler in der Lage, andere Produkte aufmerksamkeitsstark blumig zu verpacken. Aber ohne eine offensive Bewerbung solcher Dienstleistungen wird kaum ein Verbraucher von selbst darauf kommen, in seinem Blumengeschäft nach einem Verpackungs-Service zu fragen.

Was heißt: Gehen Sie in einem ersten Schritt auf Ihre Kunden zu. Bieten Sie an, Präsente zu verpacken. Zeigen Sie einige Beispiele, etwa eine CD mit Blütenband, ein Buch mit Blütenaufleger, eine Flasche Wein oder ein Parfüm mit Blütenschmuck. Und: Schätzen Sie Ihre kreative Verpackungsarbeit nicht zu niedrig ein, sondern kalkulieren Sie sorgfältig inklusive Arbeitszeit. 60 Cent pro Minute ist ein realistischer Wert.

Die Kunden sind nämlich durchaus bereit, eine ansprechende Leistung auch entsprechend zu honorieren. Dazu ein Beispiel aus der Alltagspraxis. Redakteur Martin Hein ging mit einem Buch, das er einem Freund zum Geburtstag schenken wollte, in sein bevorzugtes Blumengeschäft. Sein Wunsch nach einer professionellen blumigen Verpackung wurde prompt erfüllt. Als er den Preis hörte, fehlten ihm zunächst die Worte – sage und schreibe zwei Euro sollte er zahlen. Dabei war der von der Verpackungssorge befreite Mann gern bereit gewesen zehn oder auch fünfzehn Euro zu zahlen. So spielt das Leben … kann man da nur bedauernd sagen.
Blumengossmarkt Hamburg