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„Die Geiz-ist-geil-Welle ebbt deutlich ab, Werbung dieser Art zieht die Menschen nicht mehr in die Läden.“ Mit diesen hoffnungsvollen Worten begann Andreas Steinle seine Verbraucheranalyse. Der Zukunftsforscher verwies auf entsprechende Statistiken, die belegen, dass für 61 Prozent der Verbraucher heute die Qualität eines Produktes wichtig ist, nur 29 Prozenten schielen nur auf den Preis. Vor zwei Jahren war das noch umgekehrt. Als Gründe dafür führte Andreas Steinle den wirtschaftlichen Aufschwung und den Zukunftsoptimismus der Menschen an. Diese Fakten haben wohl auch die Elektrohandelskette Saturn bewogen, ihre unsägliche „Geiz-ist-geil“-Kampagne endlich einzustampfen.
Was sich bereits heute deutlich abzeichnet ist der Abschied vom Produktdenken. Es geht nicht mehr so deutlich um immer mehr und immer bessere Produkte. Diesen Platz nimmt der Serviceaspekt ein. „Was nutzt der billigste Internetzugang, wenn es mit dem Anschluss nicht klappt, wenn niemand bereit ist, konkrete Hilfestellung zu geben.“ Ein praktisches Beispiel, das wohl viele Menschen nachvollziehen können, die mit mangelnden Serviceleistungen in diesem Bereich schon konfrontiert wurden.
Panikbild Vergreisung
Hilfe, die Gesellschaft vergreist! Diesen panischen Aufschrei hört und liest man immer wieder – nicht nur in der einschlägigen Boulevardpresse. Wenn man dabei von den reinen Zahlen ausgeht, stimmt das zwar. Dass jedoch der Altersbegriff von früher und damit verbunden die Klischees vom sich völlig zurückziehenden Menschen mit der Wirklichkeit überhaupt nicht mehr zusammenpassen, machte Andreas Steinle anschaulich klar. Die aktiven „Alten“, die noch einmal so richtig durchstarten, die das Leben genießen und dabei gern viel Geld fürs Wohlbefinden ausgeben, sind eine Zielgruppe, auf die sich der Einzelhandel einstellen muss.
Und damit auch der Blumenfachhandel. Was eigentlich ganz einfach ist, wenn man die blumigen Produkte in einen konformen Kontext stellt. Beispielsweise mit der Blumen-Wellness. „Man kann Blumen als Jungbrunnen präsentieren“, schlug Andreas Steinle vor. „Das Angebot ‚Entspannung im Rosenblütenbad‘, würden sicherlich viele (ältere) Damen gern annehmen.“ Man muss also „nur“ einen halbtransparenten, optisch hochwertigen Stoffbeutel mit duftenden Rosenblütenblättern füllen, eine wunderschöne, halberblühte Rose in einer Einzelblütenvase und natürlich das Tütchen Frischhaltemittel in eine attraktive Verpackung geben – und schon ist das Wellnesspaket „Entspannung im Rosenblütenbad“ verkaufsbereit.
Ein zweites Angebot für diese Zielgruppe könnte „Meditation beim Blumen-Yoga“ sein. In dieses Service-Paket gehören zartduftende Blumen mit sympathischen runden Blütengesichtern in Gute-Laune-Farben, ein formschönes Gefäß und eine farblich passende Kerze. Wie gesagt: So einfach kann es sein, sich auf die Bedürfnisse einer stark wachsenden Verbrauchergruppe einzustellen.
Vom Single bis zum Golden-Ager
Es ist verständlich, dass in den kommenden Jahren die Zielgruppen 50plus, bzw. 65plus in vielen Branchen im Mittelpunkt der Werbeaktivitäten stehen werden. Das bedeutet aber nicht, dass man die übrige Bevölkerung außer acht lassen darf. Da sind die Singles, die Andreas Steinle in viele Untergruppen einteilte, in Nestflüchter, Fun-Singles, weibliche Panik-Singles, männliche Frust-Singles, Arbeits-Singles und Second-Flush-Singles (damit sind die vielen allein lebenden Senioren gemeint). Nach der Jugend- und Single-Phase, kommt die Zeit der Erwerbstätigkeit und die der Familie. Danach der so genannte zweite Aufbruch. Und dann die Golden-Ager.
Eine gute geschäftliche Aussicht prognostizierte Andreas Steinle den Unternehmen, die sich klar für eine Zielgruppe entscheiden und ihr Angebot konsequent darauf abstimmen. |
| Blumengrossmarkt Hamburg |
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