Senioren ...


... lassen Kassen klingeln

"Bereits heute sind die über 60-Jährigen der Zahl und ihrer Finanzkraft nach eine wichtige Zielgruppe für den Handel. In 20 Jahren werden sie die wichtigste sein". Das prognostizierte Dr. Robert Weitz, Chefvolkswirt des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). Händler, die die „Silver-Shopper“ oder „Golden-Ager“ für sich gewinnen, dürften mit guten Geschäften rechnen. Darauf sollte sich der Handel, und damit natürlich auch der Blumenfachhandel, rasch einstellen, denn wohlhabender als die heutige Generation der Rentner werde die künftige wohl nicht sein, mahnte Weitz: „Wie sich die Bedürfnisse und das Kaufverhalten älterer Menschen ändern, ist hinreichend erforscht. Es gilt nun für den Einzelhandel, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“ Entscheidende Aspekte hat der HDE in seiner Studie „Der demographische Wandel – was kommt auf uns zu“ zusammengestellt.

 
Generell muss der Handel an drei Stellschrauben drehen, wenn er für ältere Menschen ein begehrter Marktpartner bleiben will oder werden möchte. Die Einzelhandelsunternehmen werden in ihren Sortimenten mehr Produkte brauchen, die auf die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind, am besten kombiniert mit einem zielgruppengerechten Dienstleistungsangebot. Außerdem muss bei der Ladengestaltung darauf geachtet werden, dass sich ältere Menschen wohlfühlen. Wichtig sind breite Gänge, Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten, großformatige Auszeichnungen sowie in Modegeschäften große Umkleidekabinen. Verzichten sollten Einzelhändler auf blendendes Licht, Dauerberieselung durch Musik und jede Art von Gefahrenquellen. Vor allem aber sollte das meist jüngere Personal lernen, zielgruppengerecht auf ältere Kunden zuzugehen und mit ihnen zu kommunizieren.

„Es gibt im Handel einige Pilotbetriebe, die den einen oder anderen Aspekt vorbildlich berücksichtigen, aber kaum jemanden, der alle Anforderungen der älteren Kunden berücksichtigt hat. Wir brauchen rasch viele Nachahmer, denn um das Budget der Älteren kämpft nicht nur der Handel, sondern eine Vielzahl von Wettbewerbern aus anderen Branchen“, forderte Weitz. Beispielsweise der Internet-Handel, der virtuelle Einkaufserlebnisse rund um die Uhr verspricht. Das sind sehr ernst zu nehmende Konkurrenten zu den realen Geschäften, denn die „Golden-Ager“ sind dabei, das Internet für sich zu entdecken.

Blumengrossmarkt Hamburg