Ostern


Es grünt so grün ...

Ostern beginnt der Frühling. Auch wenn der Winter gar keiner war oder doch noch am Karfreitag über uns hereinbricht: Ostern ist grün, ist aufkeimende Natur, ist neu erwachendes Leben. Die Karwoche beginnt am Grünen Sonntag, auch Palmsonntag genannt, die Fastenzeit endet am Gründonnerstag.

 
Es ist also nur allzu verständlich, dass die Farbe Grün rund um Ostern im Mittelpunkt steht. Hühner sind grün, Hasen sind grün, Eier sowieso. Ob zartes Lind- und Maigrün, kräftiges Gras- oder schrilles Giftgrün – die unterschiedlichen Nuancen können bedenkenlos gemixt werden. Denn die fröhlich-skurrilen Figuren und auffällig gemusterten Accessoires aus Materialien wie Keramik, Filz, Holz und Metall wollen vor allem eins: gute Laune verbreiten. Dazu passen die drei Kombifarben der Ostersaison – frisches Weiß, leuchtendes Gelb und warmes Orange - natürlich wie das Ei auf den Becher.

Raus in die Natur

So weit, wie sich die grinsende grüne Henne von ihrem natürlichen Vorbild entfernt, so dicht sind andere Oster-Trend-Dekorationen an der Natur dran. Grobe Holz- und Keramikgefäße, Pflanzenbüschel, Rindenkränze, Zweignester, Wurzelskulpturen: 2007 steht das Ursprüngliche der Natur im Mittelpunkt.

Zurück zu den Wurzeln

Ostern ist das Fest der Auferstehung Christi. Dieser christliche Anlass rückt wieder in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Und das nicht nur bei gläubigen Menschen. So mancher sehnt sich nach mehr Tiefgang, weniger Oberflächlichkeit, und besinnt sich auf ursprüngliche Werte. Das haben Experten festgestellt, die von Berufs wegen die gesellschaftlichen Strömungen erforschen.

Die Floristen reagieren mit dem Trend "Natural Worship" - zu deutsch: "Anbetung der Natur" auf das wachsende Interesse an religiösen Themen. Sinnbilder und traditionelle Bräuche spielen dabei eine große Rolle. So steht beispielsweise die weiße Lilie für Reinheit und Unschuld. In Ostersträuße oder florale Ketten für Tür und Fenster lassen sich Glückssymbole einarbeiten. Man kann sogar einen kleinen Hausaltar mit Blumen als "Opfergabe" gestalten.

Ei, Ei, Ei...

Bei so viel bedeutungsschwerer Symbolik darf natürlich das Ei nicht fehlen. Versinnbildlicht es doch alles, was gut und wertvoll ist auf dieser Welt: Fruchtbarkeit, Geburt und Leben, Auferstehung, Sieg der Wahrheit über die Lüge, des Lebens über den Tod... Manche Mythen schreiben dem Ei gar die Entstehung des Universums zu: Aus dem "Ur-Chaos" schälte sich das "Ur-Ei". Der Urknall - eine geplatzte Eierschale?

... hart oder weich?

Ganz profanen Ursprungs ist indes das bunt gefärbte Osterei: Dereinst verbot die Fastenzeit 40 Tage lang den Genuss von Eiern. Die Hühner scherten sich nicht darum und legten fleißig weiter, weshalb eine kluge Bauersfrau die überschüssigen Eier zwecks längerer Haltbarkeit hart kochte. Damit sich die harten aber von den rohen Exemplaren unterschieden, warf die Bäuerin Zwiebeln, Spinat, Hagebutten und andere farbintensive Pflanzen mit in den Kochtopf. Nach der Fastenzeit fuhr sie ihre bunte Fracht auf den Markt und animierte die Leute: "Kauft, es sind Ostereier! Sie bringen Glück!"

Eierlei ... auf dem BGM

Auf dem Blumengroßmarkt Hamburg sind es nicht Bauersfrauen, sondern die Zubehöranbieter, die Eier in jeglicher Form offerieren. Von den kleinen Kiebitz- und Wachteleiern über Hühner-, Gänse- und Enteneier bis hin zu den riesigen, weißen Straußen- und den dunkelgrünen Emu-Eiern reicht die Palette. Hinzu kommen noch die in Hamburg wohl einmaligen "Eier kaputt" (das sind bizarr geformte Eierhälften) sowie Eiergrant (zum Umkleben von Formen mit zerbröseltem Eierkalk). Nicht zu vergessen die vielen Kunststoff-Eier in allen nur denkbaren Varianten, die der Bedarfshandel bereithält.
Blumengrossmarkt Hamburg