Sommertrends


"Ruhepole" und "heile Welt"

Trends, Tendenzen oder Inspirationen – egal, wie man es nennt - geben dem Blumenfachhandel mehr oder weniger konkrete Hinweise auf das, was Verbraucher wünschen. So genannte Trendscouts forschen, sammeln Fakten und analysieren. Sie fassen schließlich die Ergebnisse in "gesellschaftlichen Strömungen" zusammen. Diese wiederum sind die Grundlage für all die, die Trends (Tendenzen oder Inspirationen) für die grüne Branche erarbeiten. Das Blumenbüro Holland und der Fachverband Deutscher Floristen legen ihren Schwerpunkt dabei eher auf den Bereich Schnittblumen, die dänische Marketing-Organisation Flora-Dania auf Pflanzen. Welche Trendthemen die Experten für die kommenden Sommermonate vorschlagen, zeigen wir kurz und bündig in Wort und Bild.

 
Als "gesellschaftliche Strömung" für den Sommer 2006 gilt: Unser hektischer, stressiger Alltag erweckt in uns den Wunsch, wieder aufzutanken, neue Energien zu schöpfen. Wir sind auf der Suche nach Ruhepolen, die wir unter anderem dadurch finden, dass wir die Natur in unsere Wohnungen holen. Natur und Natürlichkeit stehen für uns als Sinnbild für eine „heile Welt“.

"Outside in": Die warmen Monate stehen unter dem floristischen Motto "Outside in" (von draußen nach drinnen). Die fließenden Grenzen zwischen Innen und Außen, Kombinationen von Natur und Design, Echtes und Imitationen bestimmen dieses Inspirationsthema. Basis aller Sommerfarben ist die Farbe Grün in verschiedenen Nuancen von dunkel bis leuchtend. Grün ist die Farbe, die wir mit Natur verbinden, sie wirkt beruhigend, entspannend und Stress mindernd. Kombiniert werden die Grüntöne mit gelben, blauen, orange- oder pinkfarbenen Akzenten. Robuste, große Werkstoffe, etwa Sonnenblumen und Gladiolen, und kleinere Blüten, die in großen Bündeln verarbeitet werden, wie Chrysanthemen und Alstroemerien werden in "grob" gebundenen Sträußen arrangiert.


Mit "Metro Romance" und "Ethno Pop" haben die dänischen Marketing-Experten gleich zwei Trendthemen konzipiert.

Unter dem Motto "Metro Romance" soll der Kontrast zwischen dem Femininen, das auf der Suche nach romantischer, ländlicher Idylle ist, und dem Maskulinen mit Wildheit und Eleganz herausgestellt werden. Flechtkörbe aus durchsichtigem Kunststoff, Sandstein-Gefäße, Glas, Silber, Gold und Porzellan mit den Mustern der Achtziger sind angesagt. Gestylt werden die Trendpflanzen mit Kristallen, Perlen, Bändern, Spitzen und Schnüren. Kompromisslose Qualität und entspannte, zwanglose Zusammenstellung von Pflanzen zu großen, ganzheitlichen Arrangements sollen die Verbraucher im Sommer zum Kauf anregen.

Mit dem Etikett "Ethno Pop" kennzeichnen die Dänen primitive Kunst aus Polynesien, vermischt mit Pop-Art aus Kalifornien. Wie verbrannt wirkende Farben werden gemixt mit kräftigen Tropentönen. Ein wenig "Kitsch" und Inspiration aus den Achtzigern geben größeren Pflanzenarrangements den trendigen Kick. Angesagt sind ebenfalls Pflanzen in Gefäßen in Lederoptik, aus farbigem Mosaik oder azurblauer Glasfasern. Man stylt mit lilafarbenem Sand, Pfauenfedern sowie künstlichen, exotischen Vögeln.



Trendpflanzen für "Metro Romance":
Campanula, Dahlien, Dipladenia, Kalanchoe, Pentas, Rosen, Saintpaulia

Trendpflanzen für "Ethno Pop": Aeschynanthus, Anigozanthos, Aphelandra, Asclepias, Beloperone, Capsicum, Codiaeum, Cycas, Solanum, Yucca, Zamioculcas

Trendige Schnittblumen für "outside in":
Gladiolen, Chrysanthemen, Sonnenblumen, Allium, Calla, Alstroemeria.

Foto 1: Blumenbüro Holland
Foto 2: Flora Dania
Blumengroßmarkt