Vierlande schwarz gemalt




Only bad news are good news (Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten) heißt die Regel der Boulevardpresse. Getreu diesem Motto hatte eine Reporterin des Hamburger Abendblattes im Januar das "Gärtnereiensterben in den Vierlanden" aufs Korn genommen. Und natürlich gab es eine Anzahl Gärtner und Gärtnerinnen, deren Aussagen gut zur "bad News" (schlechten Nachricht) passten. Tenor: Es geht bergab, immer schneller, immer tiefer, jetzt ist es schon zappenduster. Der ganze Jammerartikel wurde anschließend brav im Internet weiterverbreitet.

 
Das, was da im Hamburger Abendblatt veröffentlicht wurde, nennt man Tendenzjournalismus. Was bedeutet: Nicht berichten, was ist und die Tatsachen von den verschiedenen Standpunkten betrachten und genau erläutern, sondern nach vorgefertigter Einseitigkeit Zeilen zurechtzimmern.

Ich erinnere mich gut an mein etwa 10-minütiges Gespräch mit der Abendblatt-Journalistin Sophie Laufer. Klar, die statistische Zahl stimmt: In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Standmieter auf dem Blumengroßmarkt fast halbiert. Es sind aber nicht nur Gartenbaubetriebe gegangen, sondern auch Handelsbetriebe. Die Marktbeschicker, die geblieben sind – das sind heute immer noch rund 170 Erzeugerbetriebe – haben investiert, haben modernisiert, haben sich angepasst und sich erneuert. Junge, aktive Nachfolger sind eingestiegen. Dynamische Betriebe haben die Flächen, Kunden und Kulturen derjenigen Betriebe übernommen, die aufgegeben haben.

Auf dem Blumengroßmarkt Hamburg haben wir vor sechs Jahren mehr als 800 Quadratmeter Nettoverkaufsfläche hinzugebaut, trotz abnehmender Mitgliederzahl. 99,8 Prozent der Verkaufsfläche auf dem BGM ist vermietet. Lediglich ein kleiner, 12 Quadratmeter-Stand ist derzeit (noch) frei. Alle Flächen, die von weichenden Betrieben zurückgegeben wurden, sind längst wieder belegt.

Wer den Einkaufsführer 2004 mit dem Einkaufsführer 2006 vergleicht, wird sehen, wie viel Bewegung in diesem Blumengroßmarkt ist. Die Marktgemeinschaft hat ein Vertriebsbüro gegründet und einen weiteren Mitarbeiter eingestellt. Das sind positive, gute Nachrichten. Nicht nur im Sport ist es wichtig, auch über die Erfolge breit zu berichten. Also: Mundwinkel nach oben!
Klaus Bengtsson, Marketingleiter des Blumengroßmarktes Hamburg