Friedhof


Herbstflor auf den Gräbern

Auf den Gräbern sind die Sommerblumen abgeräumt. Es ist Zeit für die herbstliche Wechselbepflanzung. Es gibt eine Vielzahl Arten und Sorten, die bis in den Winter hinein für Farbe sorgen. Inspirieren Sie Ihre Kunden bei der Grabbepflanzung und geben Sie Tipps bei der Schalen- und Gesteckgestaltung.

 
Gerade zu den Totengedenktagen im November sucht der Kunde im Blumenfachgeschäft nach geeigneten Pflanzen, um das Grab entsprechend herzurichten. Ideal für eine herbstliche Bepflanzung ist Erica gracilis. Die Heide mit ihren dunkelroten, rosafarbenen oder weißen Blüten wird bereits ab September gepflanzt. Wer nach winterharten Pflanzen sucht, greift zu Calluna vulgaris und Erica herbacea. Selbst bei Schnee und Eis zeigen sie von Dezember bis April ihre Blüten. Ebenfalls für die herbstliche Wechselbepflanzung geeignet sind Chrysanthemen mit ihren lebendigen, warmen Farben.

Neben den typischen Herbstblühern hat sich in den letzten Jahren unter dem Namen Herbstzauber® ein saison- und verwendungsbezogenes Staudenprogramm am Markt etabliert, welches das Herbstsortiment immens bereichern konnte. Aster-Hybriden, Sedum, Carex, Ajuga, Heuchera, Saxifraga sind nur einige Gattungen, die sich auch für die Bepflanzung auf Gräbern und in Schalen eignen. Besonders reizvoll sind bei vielen Sorten die interessanten Blattzeichnungen und -färbungen.


Im Herbst bieten sich die Früchte und Beeren der Saison zur Strauß-, Gesteck- und Schalengestaltung an, zum Beispiel Lampionblume, Kriechmispel in Kombination mit Laub und Astern. Hagebuttenzweige, Sonnenblumen, Dahlien und Chrysanthemen sind eine gute Ergänzung und setzen mit ihren intensiven Farben herbstliche Akzente. Auch Koniferenzweige, Wacholder, Stechpalmenzweige, Moos und verschiedenste Zapfen - wie Zedern- oder Fichtenzapfen – lassen sich gut mit den herbstlichen Blüten kombinieren.

Für die Winterabdeckung der Gräber können Rindenmulch oder verschiedene Zweige von Nadelgehölzen und Moos hilfreich sein. Häufig finden Zweige der Nordmannstanne Abies nordmanniana, der Blautanne Abies procera oder der Blaufichte Picea pungens Verwendung. Mit der unterschiedlichen Struktur und Färbung der Nadeln lassen sich optisch sehr interessante Wirkungen erzielen.

Die Herbst- und Winterdekoration mit Pflanzschalen wird – gerade in der Zeit der Totengedenktage – ergänzt durch Gestecke oder Kränze. Dabei sind der Vielfalt keine Grenzen gesetzt. Auch in der heutigen Zeit ist Grabschmuck noch immer ein Zeichen der Verbundenheit über den Tod hinaus und eine tröstliche Geste für die Hinterbliebenen.

Mit dem Wissen über Kundenwünsche lassen sich individuelle Werkstücke herstellen. Zusätzlich kann die Bedeutung der Pflanzen im Beratungsgespräch mit eingebunden werden: Lorbeer wird beispielsweise der Lehre und Wissenschaft zugeordnet, Lilien sind ein Zeichen für Reinheit und Unschuld, während Rosenblüten die Liebe versinnbildlichen und Efeu die ewige Treue und Verbundenheit mit dem Verstorbenen zeigt. Auch die Form des Gesteckes hat eine Botschaft. Wird ein Gesteck in Kreuzform gearbeitet, verdeutlicht es die Erlösung von erlittenen Schmerzen. Eine Herzform aus Rosen gearbeitet spricht für sich und der gebundene Kranz symbolisiert – ohne sichtbaren Anfang und ohne Ende – das unendliche Leben der Seele. Es müssen aber nicht immer traditionelle Formen sein: Eine aus Koniferengrün oder Zweigen gewundene Girlande – mit einzelnen Blüten bestückt – lässt sich in verschiedensten Variationen sowohl um den Grabstein winden als auch dekorativ auf das Grab legen.

(Fotos: CMA)



bbh/teba