Frühling im Winter


Bunt und phantasievoll

Es ist frostig-kalt, auf Sträuchern und Bäumen glitzert der Raureif in der tiefstehenden Wintersonne, der Himmel zeigt sich in diesem unendlich fernen, eisigen Helltürkisblau, ein friedvolles Schweigen liegt in der Luft ... das ist der Bilderbuch-Winter in unseren Breitengraden. Wunderschön - und doch haben viele Menschen gerade jetzt eine unerklärliche Sehnsucht nach Frühling, nach Frische, nach einer Vielfarbigkeit jenseits des Weihnachtsfesttagsglitzers. Was liegt da näher als diese Sehnsucht mit einer duftigen Fülle vielfarbiger Blumen und Pflanzen zu stillen. Was kein Problem ist - denn im Blumenfachhandel beginnt der Frühling schon mitten im Winter ... bunt und phantasievoll.

 
Mit Zwiebelblumen beginnt der Frühling bereits in den ersten Wochen des Jahres. Sie bieten nicht nur attraktive, gern gekaufte Schnittblumen, sondern sind auch getopft ein "Renner". Ganz besonders, wenn die Natur uns diese Pflanzen noch vorenthält. Viele Zwiebelblüher bleiben relativ klein und eignen sich daher sehr gut für Pflanzgefäße aller Art, wie etwa Tontöpfe, Porzellanschalen, Holzkisten oder Körbe. Alle Gefäße, die für die blumige Indoor-Dekoration bestimmt sind, sollten auf jeden Fall wasserdicht sein. So müssen beispielsweise Körbe, Kisten oder poröse Keramiken vor dem Bepflanzen mit einer Folie ausgelegt werden. Auch bei den kurzlebigen Saisonbepflanzungen sollte man nicht auf eine fachmännisch perfekte technische Vorbereitung der Pflanzgefäße verzichten. Also kommt auf den Boden zunächst eine etwa fünf Zentimeter hohe Drainageschicht aus pflanzenverträglichem Material (Blähton, Tonscherben, Kieselsteine). Darauf gibt man dann das Pflanzsubstrat. Hier eignet sich eine qualitativ hochwertige Einheits- oder Balkonpflanzenerde. Auf die Verwendung von Billig-Substraten sollte der Blumenfachhandel verzichten.

Die beliebtesten Frühlings-Zwiebelblüher sind bekanntlich die Tulpen und die Hyazinthen, hinzu kommen die ganz kleinen wie Muscari und Scilla. Geht es dann ein klein wenig mehr in Richtung Plusgrade, dann kommen noch die vielen Narzissen hinzu.

Getopfte Tulpen: Viele Farben, viele Formen

Tulpen faszinieren mit ihrem überwältigenden Farbenreichtum und einer Vielfalt an Blütenformen. Neben Tulpen mit den klassischen Kelchen gibt es auch Arten mit sternförmigen Blüten. Die Wuchshöhen variieren stark. Viele Tulpen erreichen eine Höhe von 50 Zentimetern und mehr, doch es gibt auch "Tulpenzwerge", die nur 15 Zentimeter hoch werden, und gerade diese gedeihen besonders gut in Pflanzgefäßen.

Klasseneinteilung

Das Tulpen-Sortiment ist so umfangreich, dass es zur besseren Überschaubarkeit in 15 Klassen unterteilt ist. Besonders schön sind die lilienblütigen Tulpen mit ihren schmalen Blüten und den elegant nach hinten gebogenen Blütenblättern. Ebenfalls ungewöhnlich: die Papageien-Tulpen. Ihre Blütenblätter sind tief eingeschnitten und in sich gedreht. Häufig weisen sie markante Flecken oder Streifen auf, und es scheint, als ob diese mit einem Pinsel aufgetragen wurden. Da sowohl die Lilienblütigen als auch die Papageien-Tulpen je nach Sorte 50 bis 60 Zentimeter hoch werden, eignen sie sich ausschließlich für große Pflanzgefäße ... und natürlich für wunderschöne lebhafte Frühlingssträuße.

Kleiner und deshalb ideal für Pflanzgefäße sind die Kaufmanniana-Sorten. Diese bis etwa 30 Zentimeter hohen Tulpen besitzen edel geformte Blüten, die sich wie Seerosenblüten weit öffnen, vorausgesetzt, die Sonne scheint. Darum werden sie oft auch als Seerosen-Tulpen bezeichnet. Sie fallen nicht nur durch ihre Blüten aus dem Rahmen, reizvoll sind ebenso ihre häufig braun gestreiften oder gefleckten Blätter. Auch die Prachttulpen (Tulipa-greigii-Sorten) werden nur bis 30 Zentimeter hoch. Sie schmücken sich mit großen, breit glockenförmigen Blüten und besitzen ebenfalls schöne, braun gestreifte Blätter.

Zu den Kleinen gehören die Wildtulpen, die mit ihrer natürlichen Anmut immer mehr Freunde gewinnen. Sie werden manchmal auch "botanische Tulpen" genannt, stammen aber längst nicht mehr aus der "freien Wildbahn", sondern werden in Gärtnereien vermehrt. In ihrem Erscheinungsbild entsprechen sie immer noch ihren wild wachsenden Vorfahren. Viele Wildtulpen passen nicht in das Bild, das man üblicher Weise mit Tulpen verbindet. Manche, wie Tulipa turkestanica und Tulipa urumiensis erinnern mit ihren zierlichen, sternförmigen Blüten eher an Krokusse als an Tulpen. Eine besonders aparte Wildtulpe ist die Zwergsterntulpe (Tulipa tarda). Ihre sternförmigen Blütenverströmen einen zarten Duft. Sie haben ein auffallendes gelbes Herz und weiße Spitzen.

Hyazinthen: Farb- und Duftwunder

Viel Farbe auf kleiner Fläche - mit Hyazinthen wird's möglich. Ihre üppigen Blütentürme aus zahllosen sternförmigen, seidig glänzenden Einzelblüten sind äußerst attraktiv. Mit einer Höhe von etwa 25 Zentimetern eigenen sich diese Zwiebelblumen ausgezeichnet für Pflanzgefäße. Vorgetrieben in Töpfen oder auf Hyazinthengläsern, in denen ihr filigranes Wurzelwerk sichtbar wird, sind sie auch ein duftender, nostalgisch anmutender Blickfang.

Die Hyazinthe stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten. Wilde Hyazinthen kommen in den Gebirgsregionen der Türkei, Syriens und des Libanons vor. Die "Wilden" besitzen noch lockere Blütentrauben mit wenigen Einzelblüten.



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