| |
Knapp 100 Jahre nach der Einführung des Muttertages findet es die überwiegende Mehrheit der Deutschen richtig, dass einmal im Jahr die Mutter geehrt wird. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut polis im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa durchführte. 1020 Menschen ab 14 Jahren wurden nach ihrer Meinung zum Festtag für Mütter befragt.
Nur 14 Prozent der Befragten waren der Ansicht, der Muttertag solle abgeschafft werden. Noch geringer ist der Anteil der Muttertags-Muffel unter den jungen Menschen. Nur 6 Prozent der unter 20-Jährigen äußerten sich ablehnend.
Besonders gut schneidet der Muttertag bei Männern ab. Psychologen sind der Ansicht, dies könnte daran liegen, dass Männer den Tag nutzen, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. "Viele Männer haben Schuldgefühle, weil sie wissen, dass die Frauen den Löwenanteil der Hausarbeit leisten", sagt die Psychologin Christiane Papastefanou in einem dpa-Gespräch.
Ergebnis der polis-Umfrage war auch, dass mit zunehmendem Bildungsgrad die positive Einstellung zum Muttertag abnimmt. Hauptschüler zeigten sich zu 87 Prozent überzeugt, unter Abiturienten waren es 72 Prozent.
Lieblingsblumen zum Muttertag
Keine Frage - eine spezielle "Muttertagsfloristik" gibt es nicht. Gefragt ist die ganze Spannbreite vom schlichten Biedermeierstrauß bis zur üppigen Bepflanzung. Und doch: Als Blume der Liebe hat auch am Muttertag die Rose ihren großen Auftritt. Das war eigentlich schon immer so. Es gab und gibt sogar spezielle Muttertags-Rosen-Sorten.
Nelkenglück:
Mehr als nur eine Nebenrolle beim blumigen Angebot zum Muttertag sollte (und kann) die Nelke spielen. Neue Sorten in peppigen, trendigen Farben und moderne Gestaltungen führen zu einem grandiosen Comeback.
Herzliches:
Emotionen spielen am Muttertag eine große Rolle. Und da unsere Gefühlswelt optisch mit der Herzform eng verbunden ist, sollte es an diesem Tag deutlich im Vordergrund stehen. Möglichkeiten gibt es viele. Der Bedarfshandel auf dem Blumengroßmarkt Hamburg bietet eine Fülle unterschiedlicher Accessoires - vom Sticker bis zum bedruckten Schmuckband, von der Herzkarte bis zum Herzchenpapier, vom Minigefäß bis zur Unikatvase - an.
Woher kommt der Muttertag?
Die Idee, alle Mütter der Welt mit einem besonderen Tag zu ehren, wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in England geboren. Ganz neu war der Gedanke allerdings nicht, wurde doch schon 1644 berichtet: "Every Mid-Lent Sunday is a great day at Worcester, when all the children and grandchildren meet at the head and chief of the family and have a feast. They call it Mothering Day."
Der hier gemeinte Sonntag, Lätare, war auch innerhalb der kirchlichen Quadragese (= 40-tägige Fastenzeit vor Ostern) ein fröhlicher Tag, von auswärts lebenden Kinder genutzt, die Eltern zu besuchen (go a-mothering) sowie der Mutter Geschenke zu bringen (simnel-cake or motheringcake).
In Thüringen war Lätare - oder Mittfastensonntag - allgemeiner Besuchstag mit großzügiger Bewirtung von Verwandten.
Ähnliche Traditionen sind aus der Champagne und aus Wallonien bekannt.
1872 schlug die damals einflussreiche Schriftstellerin, Julia W. Howe, vor, dass amerikanischen Müttern ein offizieller Feiertag gebühre, aber erst ein Vierteljahrhundert später wurde der Muttertag in den USA eingeführt.
Anna Jarvis aus Philadelphia griff die Idee wieder auf und startete am 9. Mai 1907, dem zweiten Todestag ihrer Mutter, einen Werbefeldzug für einen offiziellen Muttertag, einem Ansuchen, dem Präsident Woodrow Wilson am 8. Mai 1914 stattgab.
Man trug an diesem Tag eine farbige Nelke zu Ehren seiner lebenden Mutter oder eine weiße in Angedenken für die bereits gestorbe.
Nach dem ersten Weltkrieg setzte sich der Brauch auch auf dem europäischen Festland durch, zunächst in Österreich und Skandinavien; in Deutschland erstmals 1922/23. 1933 wurde er hier für den zweiten Sonntag im Mai festgelegt. In den kommunistisch regierten Staaten fiel der Muttertag mit dem internationalen Frauentag am 8. März zusammen.
Spezielle Rosen zum Muttertag
Die erste "Muttertagsrose" wurde 1937 von Knight/USA gezüchtet - eine weiß-rosa Teehybride namens 'Mother`s Day'.
Die blutrote Polyantha-Hybride 'Muttertag' von Grootendorst/Niederlanden (1949) heißt im Ausland auch: 'Fête des Mères', 'Morsdag', 'Mothersday (II)', 'Muttertagers'.
Ein orangefarbener Abkömmling von 'Muttertag' war die Sorte 'Orange Muttertag' ('Orange Morsdag', 'Orange Mothersday') (Grootendorst, 1956).
Kordes gab 1956 eine Kletterrose 'Climbing Muttertag' (auch 'Muttertag Climbing', 'Mothersday Climbing') heraus. Auch diese war ein Abkömmling der Sorte 'Muttertag'.
.
Ein weiterer Abkömmling von 'Muttertag' ist die ebenfalls orangefarbene Kletterrose 'Mother`s Day II' (von Klyn, 1958).
Rot ist die Floribunda 'Muttergruß' (r) von Noack (1975).
Dee Bennet gab 1989 in den USA die rosa Zwergrose 'Mother`s Love' heraus.
Schlicht 'Mother' nannte der Amerikaner Sheldon seine öfter blühende Teehybride.
Weitere "Muttertags-Rosen" sind die Tantau-Zwergrosen 'Orange Babyflor' (1987) und 'Pink Babyflor' (1993).
|
| Blumengrossmarkt Hamburg / AL |
|
|