Qualitäts-Siegel


Natur pur

Der Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) hat auf Initiative des gärtnerischen Berufsstandes Richtlinien zum "K"ontrollierten "U"mweltgerechten "Z"ierpflanzenbau, kurz und knapp KUZ genannt, und ein entsprechendes Kontrollsystem erarbeitet. Es wurde ein Schrift-Bild-Zeichen, "Das Grüne Zertifikat", entwickelt, das Betriebe, die nach dem neuen System geprüft und anerkannt sind, für ihre Imagearbeit einsetzen können. Zu den ersten, die sich haben zertifizieren lassen und die jetzt mit dem Qualitäts-Siegel werben dürfen, gehört der Gartenbaubetrieb Emmen-Mainka.

 
Alles muss stimmen, bevor ein produzierender Gartenbaubetrieb das begehrte "Grüne Zertifikat" in Händen halten kann. Am Anfang steht oft ein Umdenken in Sachen Umweltorientierung. Dazu gehören Boden, Düngung, Wasser, Bewässerung, Pflanzenschutz, Energie, Vermarktung, Kundenberatung, Abfall, Management, Weiterbildung und nicht zuletzt Arten-, Natur- und Landschaftsschutz. "Wer hier komplex mitdenken und handeln will", so Gärtnermeister Ingo Mainka, "stellt sich einer strengen, aber freiwilligen Selbstkontrolle des deutschen Zierpflanzenbaus." Die Anforderungen, die für das "Grüne Zertifikat" zu erfüllen sind, gehen zweifellos über die zur Zeit geltenden gesetzlichen Auflagen weit hinaus.

Das "Grüne Zertifikat" soll die Verbraucher auf eine umweltgerechte Produktion in den Betrieben hinweisen. So gesehen garantiert dieses deutsche Siegel eine noch stärkere Qualitätskontrolle. Der Verbraucher kann Spitzenprodukte in Toppqualität erwarten, die ihresgleichen im internationalen Blumenmarkt suchen.

Ingo Mainka ist mit den Ergebnissen seiner Produktion mehr als zufrieden. Unumwunden gibt er zu: "Bei der totalen Umstellung auf den Nützlingseinsatz gab es so manche schlaflose Nacht." In seinen Albträumen "kämpften" gigantische Gallmücken gegen verängstigte Läuse und die raffinierten Raubwanzen killten die Weiße Fliege mit einem Biss. Doch in der Realität lief dann alles ganz anders.

Der Mut und die Weitsicht, auf "Chemie" zu verzichten und verstärkt die Gesetze der Natur zu studieren, war bisher erfolgreich. Die anfänglichen Bedenken und natürlichen Ängste, ob die immense Umstellung unternehmerisch und kulturtechnisch in den Griff zu bekommen sei, wurden auch mit Hilfe der engagierten Berater der Landwirtschaftskammer ausgeräumt.

Inzwischen arbeitet der anerkannte Schnittblumenbetrieb Emmen-Mainka in all seinen Kulturen (Eucharis, Amaryllis und Mini-Gerbera) ressourcensparend und im Sinne der strengen Anforderungen des Qualitätssiegels wesentlich umweltbewusster. "Die Umstellung kam für unseren Betrieb zum richtigen Zeitpunkt. So können wir auf die zunehmende Sensibilität der Verbraucher gegenüber der Umweltverträglichkeit der gärtnerischen Produktion von Zierpflanzen reagieren", begründet Ingo Mainka seine Entscheidung.

Umweltverträgliche Produktion mit Nützlingseinsatz und Chemieverzicht ist das eine, der Verbraucherwunsch nach makelloser Ware das andere. Passt das zusammen? Dazu Ingo Mainka: "Solange der Verbraucher perfekte Produkte ohne wenn und aber verlangt, wird in unserem Betrieb nach strengen Qualitätsregeln sortiert." Wenn sich hier und da doch mal ein "Willi" (so nennt man bei Emmen-Mainka die Nützlinge liebevoll) einschleicht, wird dieser Geselle den Blumengroßmarkt, den Blumenfachhandel und auch die Verbraucherwohnung nicht zu Gesicht bekommen. "Schließlich kauft das Auge mit, und nicht jeder Einkäufer und natürlich auch nicht jeder Verbraucher kann auf Anhieb zwischen Gut = Nützling und Böse = Schädling unterscheiden", erklärt Birgit Emmen-Mainka das notwendige Auswahlverfahren.

Für einige Zierpflanzengärtner ist der Nützlingseinsatz inzwischen zum Betriebsalltag geworden. So wie die richtige Wasserwirtschaft und eine bedarfsgerechte Düngung auf der Grundlage von Bodenuntersuchungen sowie eine Fülle an Umweltschutzmaßnahmen längst selbstverständlich sind. Dass diese Produktion arbeitsaufwändiger und dadurch kostenintensiver ist, kann man leicht nachvollziehehen. Die Umstellung hat ihren Preis, doch die eigentlich nötige Preisanpassung lässt der Markt schlicht nicht zu. Trotzdem steht für den Produzenten Ingo Mainka fest: "Das Grüne Zertifikat trägt nicht nur zum positiven Image des gesamten Gartenbaus bei, sondern stellt auch unsere Produkte in ein ganz anderes Licht." Und Birgit Emmen-Mainka schwärmt: "Unsere Blumen werden mit Liebe und Naturbewusstsein kultiviert. Man sieht ihnen an, dass sie stressfrei aus unserer Gärtnerei kommen."