Herbstköniginnen




In den frühen Herbstmonaten ist das Blumen-, Frucht- und Pflanzenangebot auf dem BGM sehr umfangreich. Und doch gibt es die typischen "Herbstköniginnen", die durch ihr optisches Erscheinungsbild aus dieser Vielfalt herausragen. Gemeint sind neben ihrer Majestät der Rose die Dahlien, Chrysanthemen, Callunen und Eriken - ohne Zweifel die Stars in den "goldenen Monaten".

 
Rosen: Königinnen der Herzen

Die Rose gehört zu den schönsten und symbolträchtigsten Blumen aus dem Reiche Floras. Diese ganz besondere Ausstrahlung hat ihr das Attribut "Königin der Blumen" verliehen. Alle Generationen verstehen gleichermaßen ihre nonverbale Sprache.

Qualität & Pflege: Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Rosenblüte bereits gesprungen ist. Sehr knospige Ware öffnet sich manchmal nicht. Das Anschneiden mit einem scharfen Messen und das Entfernen der unteren Blätter gehört zur Standardwarenpflege. Bitte beachten: Schon ein Rosenblatt im Vasenwasser setzt so viele Phenole frei, dass die Haltbarkeit entscheidend leidet. Nach neuesten Erkenntnissen sollte man beim Entstacheln die empfindliche Oberhaut so wenig wie möglich verletzen. Bakterien könnten sonst leicht in die Stiele eindringen. Robuste Arbeitshandschuhe sind das am ehesten geeignete Hilfsmittel, um Rosenstiele schnell zu säubern.

Rosen reagieren sehr empfindlich auf Bakterien. Bei höheren Temperaturen (die im Herbst durchaus noch vorkommen können) kann das Bakterienwachstum in einem Gefäß mit Rosen stark zunehmen. Es ist daher besonders wichtig, immer saubere Gefäße (mit einigen Tropfen Chlor reinigen), frisches Wasser und bakterienhemmende Mittel zu verwenden.

Dahlien: Trendblumen 2002

Nicht nur in bundesdeutschen Gärten, auch in gärtnerischer Schnittblumen-Kultur erlebt die Dahlie eine Renaissance. In diesem Herbst zählt der Klassiker nach Aussage der Experten sogar zu den Trendblumen. Ihre Formen- und Farbenvielfalt sowie ihre Natürlichkeit sind Gründe für die wiedererstärkte Beliebtheit.

Schnittblumenpflege: Durch Schnittblumennahrung kann der Blütenflor in der Vase erheblich verlängert werden. Das ist sinnvoll, da die Dahlie nicht knospig, sondern in aufgeblühtem Zustand geschnitten und angeboten wird. Es ist darauf zu achten, dass keine Blätter ins Blumenwasser geraten, was die Fäulnisbildung begünstigen würde.

Chrysanthemen: Asiatische Symbolblumen

Die Chrysantheme, auch Wucher- oder Goldblume genannt, ist eine Pflanze mit besonderer Geschichte. Sie wurde im alten China bereits vor über tausend Jahren kultiviert und ist die Symbolblume Japans. Der rote Punkt in der Landesflagge steht nicht etwa für die aufgehende Sonne, sondern für das Herz einer Chrysantheme umgeben von Blütenblättern.

In allen Farbschattierungen von Rot bis Rostbraun und in verschiedenen Bronzefarben, Purpur, Rosa, Gold-Gelb, Weiß und sogar Lila schmückt sie bis spät in den Herbst hinein Beete, Kübel und Kästen. Und natürlich ist sie eine äußerst haltbare und beliebte Schnittblume. Mit ihren halbgefüllten, pomponartigen, schirm-, ball-, oder strahlenförmigen, einfachen und anemonenartigen Blütenköpfen strahlen Chrysanthemen einen dynamischen und fröhlichen Reiz aus.

Frische-Tipps: Chrysanthemen nach dem Kauf möglichst noch in der Verpackung in frisches, kaltes Wasser stellen, damit die Stiele sich einige Stunden lang voll saugen können. In frischem Wasser halten sich die Blüten gut, mit zusätzlicher Schnittblumennahrung entwickeln sie sich jedoch besser und blühen länger. Ein wöchentlicher Anschnitt erhöht die Haltbarkeit. Die Blumen sollten nicht in voller Sonne stehen.

Erika & Calluna: Lila Liebe


Rund 40 Millionen Erika-Pflanzen erobern im Spätsommer, Herbst und Frühwinter Schalen, Kästen und Beete. Parallel dazu wächst rasant die Menge der als Herbstschmuck gepflanzten Besenheide (Calluna vulgaris). Während die Verwendung der Topferika für herbstliche Bepflanzungen schon lange Tradition hat, erfreuten sich bis vor 15 Jahren nur die Besitzer von Heidegärten an den schönen Farbtönen der heimischen Besenheide und ihrer Sorten. Denn nur mit dem dort vorhandenen Platz gelang es, frühe, mittlere und späte Sorten so zu kombinieren, dass eine lang andauernde Blütezeit vom August bis in den Oktober entstand.

Liebhaberpflanze mit Geschichte: Die erste Beschreibung einer knospenblühenden Calluna (bei Knospenblühern zeigt die Knospe Farbe, sie öffnet sich nicht zur Blüte) stammt aus dem Jahr 1903. In Brandenburg wurde damals der leuchtende Farbfleck im sonst bereits unscheinbaren Callunen-Meer gefunden. Jahrzehnte später, 1936 und 1948, tauchten in England Knospenblüher auf, die in Heidegärtnereien vermehrt und angeboten wurden. Aber mehr als Liebhaberwert besaßen sie nicht. Erst 1970 wurden bei gezielter Suche in der Ginkelschen Heide in den Niederlanden verschiedene Knospenblüher entdeckt, die sich als Ausgangspunkt für gezielte Züchtung eigneten. Denn um auf stärkeres Interesse zu stoßen, mussten die Knospen größer und die flache, kriechende Haltung der Heidepflanzen verändert werden. Die daraus entwickelte Sorte 'Marleen', brachte Anfang der 80er Jahre eine deutliche Verbesserung. Sie und ihre Abkömmlinge 'Marlies' und 'Roswitha' sind bis heute ein wichtiger Bestandteil des Knospenblüher-Sortiments.

Neue Züchtungen trotzen Frost und verfügen über eine lange Blühdauer. Der Schritt zum leuchtenden Heidepurpur und schneeigen Weiß gelang schließlich Calluna-Züchter Kurt Kramer aus Edewecht bei Oldenburg. Durch gezieltes Kreuzen, Aussäen und Selektieren entwickelte er Sorten, die inzwischen weite Verbreitung gefunden haben. Die Stars seiner Züchtungen sind die leuchtendrote 'Alexandra' und die weiße 'Melanie', die von September bis November bzw. Dezember blühen. Aber auch 'Alicia', 'Aphrodite', 'Amethyst' sowie die gelblaubige 'Sandy' gehören zu den Knospenblüher, die Kramer unter dem Namen "Gardengirls" zusammengefasst hat.


AL