Blumenmarkt Deutschland


Zahlen, Daten, Fakten

Anlässlich der Internationalen Floristikmesse (IFLO) in Essen haben der Fachverband Deutscher Floristen (FDF), der Verband des deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI) sowie die Centrale Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zum Blumenmarkt Deutschland veröffentlicht. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Aussagen.

 
==> In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 6,6 Milliarden Euro für Schnittblumen und Topfpflanzen ausgegeben. Das ist erfreulich, denn damit liegt die Bundesrepublik im Verbrauch von Produkten des grünen Marktes weltweit in der Spitzengruppe. Von diesen 6,6 Milliarden Euro entfallen rund zwei Drittel auf den privaten Verbrauch (für den Geschenk- und Eigenbedarf), ein Drittel wird für gewerbliche Zwecke eingesetzt.

==> In Schnittblumen investierten die Bundesbürger 2001 rund 3,3 Milliarden Euro. Rund 20 Prozent dieser Ware stammt aus heimischer Produktion. Die übrigen 3,3 Milliarden Euro entfallen auf Topf-, Balkon- und Beetpflanzen. Hieran hat der deutsche Gartenbau einen weitaus größeren Marktanteil als an Schnittblumen. Er liegt im Segment Topfpflanzen bei rund 60 Prozent, bei Beet- und Balkonpflanzen sogar bei rund 75 Prozent.

==> Rund 81 Euro gab jeder Bundesbürger - vom Säugling bis zum Greis - im vergangenen Jahr für Schnittblumen, Beet- und Balkonpflanzen sowie Zimmergrün aus. Darin sind alle privaten und gewerblichen Aufwendungen enthalten.

==> Der Anteil der Deutschen, die Blumen und Pflanzen kaufen, ist in den letzten vier Jahren kontinuierlich gestiegen. Im vergangenen Jahr haben immerhin 73,1 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal Geld für Blumen und Pflanzen ausgegeben.

==> Deutschland ist das größte Schnittblumenimport-Land der Welt. Die nach Deutschland importierten Schnittblumen haben einen Wert von rund 1,2 Milliarden Euro zu Großhandelseinkaufspreisen.

==> Zum Vergleich: Weltweit gaben die Verbraucher rund 30,4 Milliarden Euro für Schnittblumen aus. Davon entfielen auf die USA 6,1 Milliarden Euro, auf Japan 5,6 Milliarden Euro, auf Westeuropa 12,8 Milliarden Euro (davon Deutschland 3,3 Milliarden Euro) und andere Nationen 6,1 Milliarden Euro.

==> Die in Deutschland gekauften Schnittblumen (Wert: 3,3 Milliarden Euro) entsprechen einem Gewicht von 300.000 Tonnen. 48.000 Tonnen davon sind Drittlandware, also Ware, die nicht aus EU-Ländern importiert wird.

==> Der gesamte Geschenkemarkt hat in der Bundesrepublik ein Volumen von rund 16,3 Milliarden Euro. Auf Blumen und Pflanzen entfallen etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Schnittblumen und Topfpflanzen stehen auf den vorderen Plätzen der Geschenke-Hitliste. Platz 1 nehmen Geldgeschenke ein. Übrigens: Ein lukratives neues Geschäftsfeld für den Blumenfachhandel ist das blumige "Verpacken" von dem so heißgeliebten "schnöden Mammon".

==> 58 Prozent der gesamten privaten Ausgaben für Schnittblumen werden für "Schnittblumen als Geschenk" aufgewendet. Im Bereich Zimmerpflanzen entfallen 53 Prozent der privaten Ausgaben auf den Geschenke-Bereich.

==> Zimmerpflanzen haben weiter an Beliebtheit gewonnen. Die Käuferreichweite stieg auf 49,6 Prozent. Das heißt, dass im vergangenen Jahr jeder zweite Deutsche mindestens einmal eine Zimmerpflanze gekauft hat.

==> Immer mehr Menschen entdecken Balkon und Garten als wichtige Freizeitquelle. Innerhalb des Segments Balkon und Garten haben vor allem Beet- und Balkonpflanzen weiter zugelegt. Die Käuferreichweite lag hier im vergangene Jahr bei über 42,0 Prozent. Ein Fakt, dem der Blumengroßmarkt Hamburg Rechnung trägt mit Abendverkaufsterminen zum Saisonstart sowie speziellen fachlichen Demonstrationen, etwa der CMA-Aktion "Das neue Gesicht der Outdoor-Pflanze".

==> 70 Prozent der Ausgaben für Produkte des grünen Marktes werden im Fachhandel (Fachgeschäft für Floristik, Gärtnerei, Gartencenter) getätigt. 20 Prozent der Ausgaben entfallen auf den Bereich Baumarkt, Verbrauchermarkt, Supermarkt und Discounter. Auf Wochenmärkten werden 6 Prozent der Ausgaben getätigt, 4 Prozent entfallen auf weitere Einkaufsstätten.

Die statistischen Zahlen von 2001 sind durchaus positiv zu werten. Deutschland gehört - was die Ausgaben der Verbraucher für "grüne Produkte" betrifft - zur Spitzengruppe in der Welt. Bleibt abzuwarten, ob sich die allgemein beklagte Kaufzurückhaltung nach Einführung des Euro und die Naturkatastrophen (Dauerregen, Überflutungen) im Sommer auch auf die Blumen- und Pflanzenbranche auswirken werden. Bemerkenswert ist auf jeden Fall: Immer weniger Menschen investieren ihr Geld in Fernreisen, sondern eher in die angenehmere Gestaltung ihres direkten Wohnumfeldes. Und da spielen Blumen und Pflanzen als "Seelenfutter" eine große Rolle.


AL