Kalkulation


Jeder Euro zählt

„Frau Müller, mit welchem Preis soll ich den Strauß auszeichnen?" Mit diesen Worten hält die Floristin ihrer Chefin das gerade gebundene Arrangement hin. Luise Müller schaut sich den Strauß kurz an, und rechnet: 6 Rosen, 3 Gerbera, 3 Stiele Hypericum macht EUR 7,50. Hinzu kommt Beiwerk, das sie mit einem Euro veranschlagt. Macht EUR 8,50. Das Ganze wird mit dem im Geschäft üblichen Faktor von 2,8 multipliziert. Auch das schafft Luise Müller im Kopf. „Der Strauß kostet EUR 23,80", sagt sie schließlich ihrer Floristin.



Kalkulation - Jeder Euro zähltSo weit, so gut. Die Schnittblumenpreise hatte Luise Müller noch vom morgendlichen Einkauf auf dem Blumengroßmarkt im Kopf. Beim Grün hat sie aber ein wenig zu niedrig gerechnet. Verständlich, denn auch Profis unterschätzen oft den Wert des Beiwerks. Mit rund einem Euro mehr hätte der Strauß bei korrekter Kalkulation ausgezeichnet werden müssen.

Ein Euro pro Strauß, was macht das schon? Im Jahr sind das erstaunliche 6.240 Euro, wie nachfolgende Beispielrechnung belegt:

Bei einer Sechs-Tage-Woche wären das 312 Arbeitstage im Jahr. Wenn Blumen Müller nur 20 Sträuße am Tag verkauft, sind das 6.240 Sträuße im Jahr. Und wenn nun jeder Strauß um einen Euro zu niedrig ausgezeichnet wird, sind das sage und schreibe EUR 6.240,00.

Apropos Beiwerk, da lässt sich schon beim Einkauf so mancher Euro sparen. Ruskus, Pittosporum, Ginster oder Mimosen werden nämlich nicht in Bunden mit fester Stielzahl, sondern nach Gewicht von 250 und 500 Gramm gehandelt. Wer hier Preise vergleichen möchte, um so günstig wie möglich einzukaufen, sollte unbedingt nach dem Gewicht des Bundes fragen und auf die Stielzusammenstellung achten. 50 Gramm mehr oder weniger... das fällt optisch beim Einkauf meist gar nicht weiter auf. Da sieht man denn nur den (vermeintlich) günstigeren Preis. Bei der späteren Verarbeitung fallen diese 50 Gramm dann aber doch ins Gewicht. Das können dann schon zwei, drei Stiele weniger sein.