König Kunde mischt mit ...
Etwas selbst zu gestalten, mit den eigenen Händen etwas Dekoratives herstellen, das ist wunderbar - sei es nun ein köstlicher Kuchen, ein wohlschmeckendes Dinner, ein schicker Pullover oder Blumenschmuck für die Wohnung. In schöner Regelmäßigkeit ist der kollektive Selbermachwille der Deutschen mal etwas stärker und mal etwas schwächer ausgebildet. In den 1970er und 1980er Jahren war das eigene kreative Gestalten häufig verbunden mit der Selbstverwirklichung, der vorrangig die Frauen frönten. Aber auch so mancher „Manfred" griff zu Strick- oder Häkelnadeln, um dem „weiblichen Teil seiner Persönlichkeit" Ausdruck zu verleihen. Heute ist das Selbermachen wieder angesagt, allerdings auf einer etwas anderen, hochwertigeren Ebene. Und das kann ein umsatzstarkes Geschäftsfeld für den Blumenfachhandel werden.
König Kunde möchte "mitmischen" - und zwar mit einem sichtbaren Erfolg. Und das geht (zum Glück) zumeist nur mit Hilfe von Fachleuten. Für den Blumenfachhandel bedeutet das: Es geht mitnichten darum, "nur" Schnittblumen, Grün und Accessoires für die bastelnde Hausfrau oder die sich lustvoll kreativ entspannende Geschäftsfrau anzubieten. So simpel gestaltet sich die neue Selbermachwelle nämlich nicht. Es gibt zumindest zwei Fraktionen an "Mitmischern". Dem einen reicht es völlig aus, in blumigen Arrangements das eine oder andere Blümchen auszuwechseln oder zu ergänzen, um eine sichtbare Veränderung zu erleben. Andere möchten mehr. Sie wünschen sich visuelle Vorlagen, die sie selbst mit dem gekauften Material zuhause oder im Büro in reale blumige Kreationen umsetzen können.
Es gibt nun viele Floristinnen und Floristen, die einen regelrechten Horror vor der neuen Selbermachwelle haben. "Die holen sich bei uns die Anregungen und kaufen die Blumen dann da, wo sie am billigsten sind." Mit diesen Worten wird jegliche weitere Diskussion über dieses Thema strikt abgebügelt. Killerargumente - oder Totschlagargumente, um im Deutschen zu bleiben - nennen die rhetorisch versierten Fachleute solche Sätze. Dabei hat der Blumenfachhandel so viele Möglichkeiten, dem Wunsch der Menschen, selbst kreativ zu sein, auf unterschiedlichste Art zu entsprechen.
Den Fachgeschäftscharakter kann man beispielsweise mit einem so genannten "Convenience-Paket" unterstützen. Sie liefern die Gestaltungsidee und alle Werkstoffe und Materialien, die nötig sind. Dazu gehört dann auch eine "Schritt-für-Schritt"-Anleitung, die mit Hilfe des Computers und einer kleinen Digitalen schnell herzustellen ist. Oder veranstalten Sie kleine Themenkurse - die Werkstoffe werden selbstverständlich bei Ihnen gekauft. Wobei der Fokus deutlich auf dem Wort "Themen" liegt.
Man kann sogar aus dem „Arm voller Blumen" ein besonderes Fachgeschäftsangebot machen. Natürlich nicht zu jeder Jahreszeit, sondern wohl dosiert und mit dem Hintergedanken im Kopf, den Menschen dann "Lust auf Blumen" zu machen, wenn sie preislich günstig sind. Die Sommermonate mit ihrem umfangreichen Schnittblumensortiment eignen sich hervorragend. Auch hier gilt: Stellen Sie Ihr blumiges Angebot unter ein Motto. Bieten Sie "Einen Arm voller Blumen ...für die Gartenparty, ...fürs Balkonfest, ...für die Geburtstagsfeier oder ...für das Dinner für zwei".
Es gibt noch unendlich viele Möglichkeiten, die Selbermachwelle gerade in den kommenden Sommermonaten für mehr Umsatz zu nutzen. Und wenn Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen und neue Konzepte entwickeln, dann verliert dieser Trend schnell seinen Schrecken und wird zu einem lukrativen weiteren Standbein.