Kunden

Wer sind die Kunden des Blumengroßmarktes Hamburg?

"Nachfrage" muss man wörtlich nehmen„Kunde" ist die Bezeichnung für diejenige Gruppe der Marktnutzer, die als Einkäufer die Nachfrageseite vertreten. Insgesamt sind rund 2.200 Einzelhändler und Großhändler als Einkäufer des Blumengroßmarktes Hamburg registriert. Um den Blumengroßmarkt als Einkäufer betreten zu können, benötigt man einen Marktausweis. Diesen gibt die Marktleitung Erzeugern und Gewerbetreibenden, die nachweisen, dass sie einen gewerblichen Wiederverkauf oder gewerblichen Verarbeitungsbetrieb von Blumen und Pflanzen betreiben, dass Blumenhandel oder -verarbeitung Gegenstand ihres Gewerbes oder ihrer Gesellschaft ist. Der Nachweis ist zum Beispiel ein Gewerbeschein oder ein Handelsregisterauszug mit einem entsprechenden Eintrag.

Jeder der rund 200 Anbieter des BGM hat eine größere Anzahl Kunden, nahezu jeder Einzelhändler kauft bei einer Reihe von Anbietern ein. Zudem gibt es einen lebhaften Handel unter den Standinhabern, denn viele marktansässige Großhändler stellen für ihre Einzelhandelskunden Sortimente bei Erzeugern und Importeuren zusammen.


Fachhandel hat viele Sparten

Die größte Gruppe der Kunden stellen die Inhaber von Floristikfachgeschäften, sie präsentieren mehr als ein Drittel der Einkäuferschaft. Der Übergang zu den Blumenfachgeschäften und Einzelhandelsgärtnereien ist fließend, daher lassen sich genaue Aussagen zur Anzahl bestimmter Fachgeschäftstypen nicht treffen. Einzelhandelsgärtnereien sind mit 10 bis 15 %, Wochenmarkthändler ebenfalls mit 10 bis 15 % an der Einkäuferschaft beteiligt. Auch Friedhofsgärtnereien, Gartencenter und der ambulante Straßenhandel zählen zu den Kunden. Eine zahlenmäßig kleine, aber bedeutende Gruppe sind die Großhändler, die einen Fahrverkauf betreiben oder auf Abholmärkten verkaufen. Ferner sind Garten-Landschaftsbauer, Gartenpflegeanbieter und Raumbegrüner und auch Dekorateure Kunden. Eine besondere Nutzergruppe stellen die Fotografen und Redakteure der Gartenzeitschriften dar; in Hamburg sind mehrere große Verlage ansässig, die Fachredaktionen eingerichtet haben. Da dient der Blumengroßmarkt weniger dem Einkauf als vielmehr der Inspiration.

Von Chef zu Chef

Unter vier AugenTypischer Einkäufer ist das inhabergeführte Fachgeschäft, für das der Chef oder die Chefin selbst einkauft. Häufig sind aber auch leitende Angestellte und Filialgeschäftsführer mit dem Einkauf beauftragt. Der organisierte Einzelhandel, der Sortimentshandel oder Franchisepartner zählen nur in Ausnahmefällen zu den Frühmarktkunden. Dennoch haben marktansässige Großhändler in diesen Branchen Abnehmer und stellen große Teile des Sortiments aus Marktwaren zusammen. Für die großen Abnehmer des Einzelhandels und des Großhandels ist im Jahr 2005 das Vertriebsbüro des Blumengroßmarktes gegründet worden. Die drei Mitarbeiter stellen für ihre Kunden wunschgemäß Sortimente zusammen, konfektionieren und zeichnen nach Bedarf aus und rechnen zentral ab. Dabei haben sie ihr Angebot als Ergänzung zum Angebot der Erzeuger und Großhändler positioniert.

Rund 70 Prozent der Einkäufer kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern um Hamburg. Manch ein Fachhändler nimmt aber bewusst weite Wege in Kauf, um sein Sortiment mit Hamburger Ware zu ergänzen und sich so von seinen lokalen Mitbewerbern abzugrenzen.