Vermarktung

Wie funktioniert die Vermarktung über den Blumengroßmarkt Hamburg?

Zwei Aspekte sind am Blumengroßmarkt Hamburg bedeutend: Zum einen die Bemühungen jedes einzelnen Erzeugers oder Großhändlers, dem einkaufenden Fachhändler das überzeugende Angebot zu machen, zum anderen die gemeinschaftlichen Bemühungen aller Anbieter, den Fachhandel mit ihrem Großmarkt zu begeistern.

Freie Entscheidung...
Erzeuger, die sich für den Absatz an den Groß- oder Einzelhandel entscheiden, richten ihren Betrieb, die Ernte, die Konfektion und Verpackung sowie die Aufbereitung der Ware auf diesen Absatzweg aus. Wer an den letzten Verbraucher verkauft, muss zahlreiche Entscheidungen unter anderen Gesichtspunkten treffen. Das fängt mit dem Einstellen des Weckers an. Der Großmarktanbieter in Hamburg steht spätestens um 4 Uhr früh für seine Kunden bereit und hat seinen Verkaufsstand am Tag oder in den Stunden zuvor eingerichtet. Wie er das tut, welche Sortimente er anbietet und wie er diese verpackt und transportiert, ist ihm überlassen. Auch die Nachfrage nach unterschiedlichen Qualitäten kann er frei bedienen. Wenn er keine Erzeugnisse anbieten kann, besetzt er seinen Marktszene Foto Johannes MinkMarktstand nicht. Preise, Lieferbedingungen, Zahlungsmodalitäten regelt er mit seinem Kunden unter 4 Augen. Unverkaufte Ware zu besitzen gehört zum eigenen Risiko.

...innerhalb bestimmter Regeln
Den Rahmen des Handelns auf dem Blumengroßmarkt Hamburg setzen zwei Dokumente, die Betriebsordnung und der Mietvertrag. Die Betriebsordnung regelt den Rahmen, dem sich alle Marktnutzer zu unterwerfen haben. Hier werden Marktzeiten, Anlieferzeiten und Betriebszeiten, Sortimente, Hausordnung, Zugangsvoraussetzungen und die Entgeltordnung bestimmt. In seinem Mietvertrag vereinbart der Anbieter mit der Marktleitung, ob er Blumen, Grün und Pflanzen oder Zubehör anbieten wird und wie viele Quadratmeter Marktfläche er mietet. Über die Mietzahlung und die Nebenkosten tragen die Anbieter alle Kosten, die mit dem Betrieb der Marktanlagen verbunden sind. Die Marktleitung kümmert sich um die Infrastruktur und die Marktanlagen.

Treffpunkt Großmarkt
Gemeinschaftlich streben die Anbieter danach, dem einkaufenden Fachhandel sowohl ein Einkaufserlebnis als auch ein umfassendes Sortiment zu bieten. Das Besondere eines Großmarktes ergibt sich aus der Tatsache, das zahlreiche Gleichgesinnte sich zur selben Zeit am selben Ort treffen, um zu handeln. Für viele Anbieter erschöpft sich damit der Gemeinschaftsgeist, das weitere Handeln wird von Wettbewerb bestimmt. In jeder angebotenen Sortimentsgruppe gibt es Erzeuger und Großhändler, die miteinander im Wettbewerb stehen. Dies zwingt zu unterschiedlichsten Spezialisierungen, die sich oft in Kleinigkeiten ausprägen, für den einkaufenden Fachhandel aber eine außerordentliche Bandbreite des Angebots bedeuten. Das Angebot ist nicht nur auf der Warenebene vielfältig, sondern auch auf der kaufmännischen Ebene. Viele Einzelhändler schätzen den Kauf direkt beim Erzeuger, weil sie den Frischevorteil sehen und mit der Herkunft der Ware aus marktnaher Erzeugung bei ihren Kunden argumentieren wollen. In Hamburg sind rund 170 der 210 Anbieter gärtnerische Erzeuger, mehr als die Hälfte der angebotenen Waren werden marktnah erzeugt. Die Hamburger Kundschaft schätzt und fordert die die besondere Qualität der Produkte.
Marktszene Foto Claudia Timmann
Unmittelbar im Verkauf sind auf dem Hamburger Blumengroßmarkt rund 650 Arbeitsplätze (2008) geschaffen. Darüber hinaus sind in den norddeutschen Gärtnereien, den Import- und Handelsbetrieben sowie den Dienstleistungsbetrieben mehrere Tausend Arbeitsplätze mit der Vermarktung über den Blumengroßmarkt verbunden. Die Vielfalt der Angebote und die Vielzahl der Menschen schaffen zusammen eine Marktatmosphäre und damit ein charakteristisches Einkaufserlebnis.

Auch wenn ein einzelner Anbieter saisonal kein Angebot hat, kann er sich doch darauf verlassen, dass seine Mitbewerber seine Kunden bedient und den Markt attraktiv gehalten haben. Sobald seine Ware marktreif ist, besetzt er seinen Marktstand und hat alle Chancen, seine Produkte zu verkaufen. Die Chance auf Vermarktung ist für den Einzelnen durch gemeinschaftlichen Betrieb des Blumengroßmarktes gesichert.