Es liegt am Zucker
In schöner Regelmäßigkeit tauchen in Verbraucherzeitschriften Geschichten über Hausmittelchen auf, die das Vasenleben von Blumen verlängern sollen. Ein guter Grund für das Wissenszentrum Produktqualität der Blumenversteigerung Flora Holland, all diese »Frischhaltezusätze« einmal zu testen. Das verblüffende Ergebnis: Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke haben tatsächlich eine positive Wirkung auf die Haltbarkeit von Schnittblumen.

Der Versuch wurde mit Rosen und Eustoma durchgeführt. Experten prüften die Haltbarkeit, die Blüte und das Öffnen der Blüten nach dem Zusatz von Erfrischungsgetränken, Light-Getränken, Aspirin, Schnittblumennahrung, Cent-Stücken mit und ohne Kupfer, verschiedenen Dosierungen Chlor und noch einigem mehr. Die Umstände im Labor entsprachen so weit wie möglich den Bedingungen in Wohnräumen.
Aus dem Test ging hervor, dass Schnittblumennahrung und Erfrischungsgetränke (in diesem Fall 7up) einen deutlich positiven Effekt auf die Blumen im Vergleich mit purem Leitungswasser haben. Die positiven Ergebnisse von 7up (bei uns heißt das "Sprite") werden durch den im Getränk enthaltenen Zucker sowie den Säuregrad erzielt.
Die anderen Hausmittelchen haben im Vergleich mit purem Leitungswasser keinen erkennbar positiven Effekt. Im Gegenteil: Die Blattqualität wird teilweise sogar stark negativ beeinflusst. Aspirin beispielsweise hat eher unheilvolle Auswirkungen auf das Laub insbesondere bei Eustoma. Innerhalb eines Tages, nachdem die Blumen in die Vase gestellt wurden, waren die Blätter vollständig schlapp und braun. Die Cent-Stücke und das Hinzufügen von Chlor hatten ebenfalls keine positive Wirkung. Die höchste Chlor-Dosierung schädigte sogar die Stiele und sorgte für ein Vergilben der Rosenblätter.