Liebespflanzen
Um es einfach gerade heraus zu sagen: Ja, es gibt sie, die Pflanzen der Liebe! Jene Gewächse, die Männerträume wachsen lassen und Frauen so richtig auf Touren bringen. Ganz ehrlich.
Aphrodisiaka sind all jene Nahrungsmittel, Gewürze, Pflanzenextrakte und Medikamente, die eine anregende Wirkung auf das Liebesleben ausüben. Die Suche nach Liebestränken oder Speisen zur Vertiefung der sexuellen Lust ist so alt wie die Menschheit. Echte Aphrodisiaka haben aber wenig mit Tinkturen aus einschlägigen Shops zu tun, bei denen vor allem der Glaube Berge wachsen lässt.
Die Liebespflanze an der der Mann nicht vorbeikommt, ist der im tropischen Westafrika beheimatete Yohimbebaum (botanisch Corynanthe Yohimbe). Seine dunkelbraune Rinde, die den Wirkstoff Yohimbin enthält, ist das einzige von der westlichen Schulmedizin anerkannte „natürliche" Aphrodisiakum.
Die Wirkung der gemahlenen Rinde der Yohimbewurzel lässt maximal 30 Minuten auf sich warten und kann sich sehen lassen. Da die Wirkstoffe nur schwer in Wasser löslich sind, wird die Rinde unter Zusatz einer milden Säure, beispielsweise Zitronensäure, etwa zehn bis fünfzehn Minuten ausgekocht. Der daraus entstandene Sud wird als Tee getrunken.
Eine ähnliche, wenn auch subtilere Wirkung hat die Wurzel eines Baumes aus Brasilien: Muira Puama, auch "Potenzholz" genannt (botanisch Liriosma ovata). Die Haut wird sensibilisiert, kribbelnde Schauer laufen der Wirbelsäule entlang und das zentrale Nervensystem sowie die Libido werden stimuliert. Da das Harz, welches den aphrodisischen Wirkstoff enthält, nicht wasserlöslich ist, werden mit dem Aufkochen mit Wasser nicht die besten Ergebnisse erzielt und eine wirkungsvolle Aufbereitung ist komplizierter als beim Yohimbebaum
Der Strauch Damiana (botanisch Turnera diffusa) ist ein sanftes Aphrodisiakum und soll als Tee zubereitet vor allem Frauen helfen, sich beim Sex besser entspannen zu können. Bisweilen werden auch andere Kräuter als Damiana verkauft - aus diesem Grunde sollte man darauf achten, dass es sich bei der Zubereitung wirklich um das echte Damiankraut handelt. Dann steht einer feurigen Liebesnacht nichts mehr im Wege.
Aber Vorsicht: Yohimbin wie auch Muira Puama können als MAO-Hemmer wirken. Das heißt, sie setzen das Enzym Monoaminoxidase im Körper zeitweise außer Gefecht. Daher empfiehlt es sich unbedingt, mindestens zwölf Stunden vor und nach dem Verzehr von MAO-Hemmern keine gealterten Eiweiße, etwa Käse, geräucherten Fisch oder Schinken, oder gar Genussgifte wie Kaffee, Tee oder Alkohol zu konsumieren. Am besten hält man sich an Mineralwasser und Gemüse.
Auch persönliche Unverträglichkeiten sind nie ganz auszuschließen. Darum hier der Rat: Fragen Sie vor dem Genuss der genannten Mittelchen immer Ihre Arzt oder Apotheker.
Noch ein Tipp: Wer es dennoch versucht und trotz Zuhilfenahme der genannten Pflanzen keine positiven Ergebnisse erzielt und erwiesener maßen organisch gesund ist, sollte es vielleicht mit einem anderen, uralten Aphrodisiakum versuchen: Liebe und Aufmerksamkeit!