Valentinstag


Andere Länder, andere Sitten

Der Valentinstag ist in fast allen Ländern der Welt ein besonderer Festtag. Hier ein kleiner Einblick in die Sitten und Gebräuche andernorts.



In Großbritannien ist es üblich, sich am 14. Februar heimliche Liebesbriefe, Valentine Greetings genannt, zu schicken. Sie bestehen meist aus kurzen Liebesgedichten. Im ganzen Land ist es zudem Brauch, Blumen und Süßigkeiten zu verschenken. Außerdem werden von den Kindern spezielle Valentinslieder gesungen, wofür sie mit Bonbons, Früchten oder Geld belohnt werden. In einigen Regionen backt man auch besondere Kuchen zum Valentinstag, die mit Rosinen, Pflaumen und Kümmel gewürzt werden.

Das chinesische Pendant zum Valentinstag heißt Quixi. Es ist das Fest der Liebenden, das am siebten Tag des siebten Monats nach dem chinesischen Mondkalender gefeiert wird. Besonders bei Jugendlichen in den Städten ist dieser Tag sehr beliebt. Nach der alten Legende wird Quixi an dem Abend gefeiert, an dem der Hirtenjunge und das Webermädchen, zwei am Himmel durch die Milchstraße getrennte Sterne, für eine Nacht zusammen sein können.

Der Valentinstag in Japan ist ausschließlich den Männern vorbehalten. An diesem Tag beschenken die Frauen unter anderem ihre Vorgesetzten mit Schokolade. Dabei bekommen Chefs, die sich das Jahr über nicht so gut benommen haben, nur ganz billige Schokolade, während beliebte Vorgesetzte mit aufwändig in Rosa verpackten Schoko-Leckereien bedacht werden. Je dunkler der Rosafarbton der Verpackung ist, desto lieber mag die Geberin den Mann.
Die japanischen Frauen werden am 14. März, dem "White Day", mit weißer Schokolade beschenkt. Dann ist es Sache der Männer, den Frauen etwas zurückzugeben. Dabei muss der Mann aber ganz genau darauf achten, wie viel Schokolade er am Valentinstag von der Frau bekommen hat. Sonst erhält er im nächsten Jahr nur ganz billige Schokolade, die "girichoko".

Valentinstag Andere Länder, andere SittenDer Valentinstag ist in den USA sehr beliebt, und das Verschicken von Grußkarten hat dort eine lange Tradition. Zu Zeiten des Bürgerkriegs hatten die Karten einen patriotischen Charakter und wurden mit der Flagge verziert. Die frühen Karten malte man selbst, oft waren sie auch mit Seegras oder Moos beklebt.
Am Valentinstag, ist es dort nicht nur üblich, nette Grüße zu versenden, sondern oft auch humorvolle, in denen man den Betreffenden ein bisschen aufzieht. Heute wird der Valentinstag auch in den Schulen gefeiert: Amerikanische Kinder tauschen Grußkarten mit ihren Freunden, und manchmal feiert man in den Klassen kleine Partys.

In Dänemark versendet man an Freunde Karten mit gepressten, weißen Blumen, die man "Schneeglöckchen" nennt. Dänische Männer verschicken auch den "gaekkebrev", eine Art Witzkarte. Dabei schreibt der Mann einen witzigen, kleinen Reim und ersetzt seinen Namen durch Pünktchen. Wenn die Frau errät, von wem der Brief kommt, erhält sie später im Jahr ein Osterei.

In Frankreich gab es zu früheren Zeiten den Brauch des Auslosens. Dabei gingen unverheiratete Paare in gegenüber liegende Häuser und der Mann rief der Frau zu, ihn zu erhören. Gelang es ihm nicht, seine Angebetete für sich einzunehmen, durften die Frauen im Nachhinein Bilder des Verschmähten verbrennen. Heute ist es in Frankreich üblich, Valentinskarten, die cartes d'amities, mit zärtlichen Grüßen zu verschicken.

In Italien ist es heute ebenfalls gang und gäbe, Grußkarten zu verschicken. Es gab allerdings an diesem Tag früher den Brauch des Frühlingfestivals, an dem sich Jugendliche in romantischen Baumlauben und Gärten trafen, um gemeinsam Musik zu hören und sich Gedichte vorzulesen. In Turin ist es heute üblich, am Valentinstag seine Verlobung bekannt zu geben. In der Stadt Terni, wo einst der Bischof von Terni wirkte, wird am 14. Februar die an Schlagersänger vergebene Auszeichnung "San Valentino d´Oro" verliehen.

Mit einem großen Festival wird der Valentinstag in Schottland gefeiert. Zu diesem Festival erscheint eine gleiche Anzahl unverheirateter Männer und Frauen. Sie schreiben ihre Namen oder Spitznamen auf kleine Zettel, die eingesammelt werden. Dann ziehen die Frauen Männernamen aus dem Hut und umgekehrt, wodurch die Paare ausgelost werden. Anschließend heften die Frauen den Namen ihres Partners in Herzgegend oder auf den Arm. Danach folgt ein Tanz und am Ende des Festivals ist es nicht unüblich, eine Heirat bekannt zu geben.

In Taiwan gibt es genau genommen sogar zwei Valentinstage, denn neben dem 14. Februar feiert man dort auch den 7. Juli nach dem Mondkalender. An beiden Tagen verschenken die Männer Rosensträuße. Dabei haben nach taiwanesischer Tradition die Farbe und Anzahl der Rosen eine große Bedeutung. Eine rote Rose steht für "meine einzige Liebe", elf rote Rosen bedeuten "Mein Liebling", neunundneunzig rote Rosen heißen "für immer" und einhundert rote Rosen bedeuten "Heirate mich".